Bosrucktunnel
Die beiden österreichischen Bosrucktunnel sind nach dem Bergstock des Bosruck in den westlichen Ennstaler Alpen benannt. Sie führen von Oberösterreich in die Steiermark.Straßentunnel
Der Straßentunnel ist 5.400 Meter lang und Teil der PKW 4,5 ? pro Durchfahrt (Stand: April 2007). Die Nutzung des Tunnels lohnt sich nicht für PKW-Fahrer von bzw. zur Region Schladming. Die vom Tunnel unterquerte Pyhrnpasshöhe ist nur 945 m hoch, weist keine besonderen Schwierigkeiten auf (max. 10 %) und ist für Wohnanhänger zugelassen.
Eisenbahntunnel
Der Eisenbahntunnel führt über weite Strecken parallel zum Straßentunnel und verbindet die Bahnhöfe Spital am Pyhrn und Selzthal. Er ist Teil der Pyhrnbahn. Seine Länge beträgt 4766 m.
Dieser Tunnel wurde in den Jahren 1901 bis 1904 errichtet, nachdem mehrere Trassenvarianten über den Pyhrnpass verworfen wurden. Ursprünglich sollte der Bau von der k.k. Staatseisenbahnverwaltung ausgeführt werden. Nach einem ersten großen Wassereinbruch im August 1902 gab diese den Auftrag jedoch zurück und die italienische Firma Zaterande & Co. wurde mit der Weiterführung beauftragt. Im Mai 1905 erfolgte erneut ein großer Wassereinbruch, welches auch Methangase mitführte. Durch eine dadurch ausgelöste Explosion kamen 13 Arbeiter ums Leben. Trotzdem gelang bis 22. Juni 1906 die Fertigstellung des Tunnels.
Durch die groben Eingriffe in die Grundwasserverhältnisse wurde der "schreiende Bach" bei Spital am Pyhrn, ein Wildbach, der bis dahin ein beliebtes Ausflugsziel war, wasserlos.
Ein Neubau des mittlerweile 100 Jahre alten Bosrucktunnel der Bahn wird angedacht. Einerseits wird er in ein paar Jahren nicht mehr den EU-Kriterien z.B. in puncto Sicherheit entsprechen, andererseites ist für einen etwaigen zweigleisigen Ausbau der Strecke ein neuer Tunnel erforderlich. Seitens der ÖBB werden Mitte/Ende 2007 konkrete Planungen vorgelegt.
Weblinks
• ASFINAG-Bosrucktunnel - Übersicht über die Planungsarbeiten

