Bororo
Die Bororo sind ein Macro-Jê sprechender Eingeborenenstamm aus dem Süden von Mato Grosso, Brasilien; Teile dieses Volkes lebten auch im brasilianischen Bundesstaat Goiás und in Bolivien. Den ersten Kontakt mit Europäern hatten die Bororo im frühen 18. Jahrhundert. Johann Natterer, der Mato Grosso um 1825 berreiste, beschrieb die Bororo da Campanha 1826 in einem Brief folgendermaßen:
"Sie bewohnten früher die Steppen längs des Paraguay rechten Ufers, vom R. Jauru bis an die Bahia da Uberaba [..] und richteten als sie noch feindlich waren, hier und auf den Strassen von Matogrosso viel Unheil an, bis man sie endlich zum Frieden näthigte [..] Bis jetzt haben sie den Frieden noch nicht gestört, sie nomadisiren in kleinen Horden auf der hiesigen Fazenda, einige haben sich in Pau secco 5 Meilen westlich von hier niedergelassen."
Der Völkerkundler Karl von den Steinen widmete ihnen einen großen Teil seines Werkes Unter den Naturvölkern Zentral-Brasiliens. Reiseschilderungen und Ergebnisse der Zweiten Schingú-Expedition 1887-1888.
Am Ende des 19. Jahrhunderts traf der Armeeingenieur Candido Rondon auf die Bororo, er schaffte es, sie zu befrieden und beim Bau einer Telegraphenleitung nach Bolivien und Peru zu beteiligen.
Der französische Philosoph und Anthropologe Claude Lévi-Strauss, der sich zwischen 1935 und 1939 die meiste Zeit in Brasilien aufhielt und in Sao Paulo 1935 bis 1937 eine Professur inne hatte, besuchte während einer Reise ins Innere Brasiliens 1935 die Bororo, um bei ihnen Feldforschung zu betreiben.
Im Jahr 1999 gab es noch 750 Bororos in Brasilien, die in sieben Dörfern lebten. Diese Minderzahl erklärt sich vor allem durch die Assimilierung mit den Einwanderern, aber auch durch Mord, Vertreibung und der Einfuhr von Krankheiten durch die Europäer. Die Bororo sind bekannt - wie auch andere Indianer dieser Gegend - für ihren kunstvollen Federkopfschmuck, den sie bei Zeremonien und rituellen Tänzen tragen.
Weblinks
• Bororo (engl.)

