Bornhöved
Die amtsangehörige Gemeinde Bornhöved liegt im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein.
Geografie und Verkehr
Bornhöved liegt etwa 20 km östlich von Neumünster in ländlicher Umgebung. Hier kreuzen sich die Autobahn A 21 (früher B 404) und die B 430.
Geschichte
Bornhöved wurde 798 erstmals erwähnt. Der Ort wurde wahrscheinlich von Bischof Vicelin als Kirchdorf gegründet. Die Feldsteinkirche wurde 1150 geweiht.
Von 1299 bis 1426 hatte der Ort lübische Stadtrechte und somit auch einen Bürgermeister und Ratsherren. Außerdem wohnte der Landesältesterr von Holstein im Ort, so dass die Städteversammlung für ganz Holstein bis zum Beginn der Landtage in Kiel im Jahr 1480 in Bornhöved stattfand.
Aufgrund seine zentrale Lage war der Raum Bornhöved zweimal Ort wichtiger Schlachten: im Jahre 798 kam es zur Schlacht zwischen den mit Karl_dem_Großen verbündeten slawischen Abodriten und den Sachsen; und im Jahr 1227 siegte_hier Graf Adolf IV. von Schauenburg und Holstein mit seinen Verbündeten (einer Koalition norddeutscher Fürsten und Städte) über das dänische Heer unter Waldemar_II.. Mit dieser blutigen Niederlage, einer der letzten großen Ritterschlachten des Mittelalters, endete der Versuch der dänischen Krone, Norddeutschland zu dominieren. In Bornhöved fanden häufig Ständeversammlungen der Ritterschaft von Holstein bzw. später auch von Schleswig-Holstein statt. 1813 schließlich fand hier ein Gefecht zwischen dänischen und schwedisch-russisch-preußischen Truppen statt.
Von 1867 bis 1871 war Bornhöved Sitz eines Amtsgerichts.
Wirtschaft
Im Gemeindegebiet, das vorwiegend durch die Wohnnutzung geprägt ist, gibt es mehrere Handels-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe.
Im Jahr 2006 bemüht die Gemeinde sich, durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes die Voraussetzung für die Ansiedlung eines unmittelbar an der Autobahn 21 gelegenen Gewerbegebietes zu schaffen, das eine Fläche von rd. 15 ha umfassen wird. Hier sollen Betriebe fast aller Branchen und Tätigkeitsbereiche auf unterschiedlich großen, individuell zu schneidenden Gewerbegrundstücken, bauen können. Durch die verkehrsgünstige Lage und den Autobahnanschluss sind gute Verbindungen über die A 21, A 20, A 1, A 7 und A 24 sowie B 404, B 430, B 205 und B 206 zu den Nachbarländern und den Großstädten Kiel, Lübeck und Flensburg und den Metropolen Hamburg und Berlin gegeben.
Politik
Von den 17 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2003 sieben Sitze, die SPD hat fünf, die Wählergemeinschaft BBI drei und die Wählergemeinschaft WGB zwei.
Bornhöved ist die größte ehrenamtlich verwaltete amtsangehörige Gemeinde im Kreisgebiet.
Mit der im Landtag beschlossenen Schulreform veränderten sich auch die beiden im Ort ansässigen regionalen Schulen, vorerst, nur baulich. Ein großer Neubau wurde auf dem ehemaligen Schulhof der Realschule erbaut, der bislang noch nicht fertig gestellt wurde. Dieser soll die benachbarten beiden Bornhöveder Schulen (Grund- und Hauptschule und Realschule) miteinander vorerst baulich, später zu einer gemeinsamen Gemeinschaftsschule verbinden. Bislang bieten die beiden Schulen ihren Schülern eine offene freiwillige Ganztagsschule, die bislang mäßig angenommen wird. Die Gemeinde Bornhöved stellte zuletzt einen Antrag auf eine Gymnasiale Oberstufe der Offenen Ganztagsschule in Bornhöved an das Bildungsministerium in Kiel.
Wappen
Das 1948 verliehene Wappen wurde in Anlehnung an ein ?Siegel? aus dem 15. Jahrhundert gestaltet. Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet: ?In Blau ein freischwebendes holsteinisches Wappenschild (in Rot ein silbernes Nesselblatt), auf dessen oberem Rand ein schwarzes flaches Gefäß (Quelleneinfassung) steht, aus dem nach rechts und links je drei lange Wellenlinien sich an beiden Seiten des Nesselblatts herunterziehen. Über der Quelle ein schwebendes goldgelocktes Menschenhaupt.?
[http://193.101.67.134/Datenblatt_1.asp?ID=275&txtAnz=1&txtI=&txtFlag=True&ndc=1&txtSeite=2 Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]
Söhne und Töchter der Gemeinde
Otto Berg (1861? ?), evangelischer Kirchenmaler
Claus Möller (* 1942), Politiker
Ludwig Ross (1806?1859), Archäologe

