Arkadi und Boris Strugazki
Arkadi Natanowitsch Strugazki (auch Strugatzki; russisch , wiss. Transliteration ; 15. April 1933 in Leningrad) sind russische Schriftsteller. Sie gelten als die bedeutendsten Autoren der sowjetischen Phantastik.Leben und Werk
Arkadi war Anglist und Japanologe, Boris arbeitete als Astronom am Observatorium Pulkowo bei Leningrad. Arkadi schrieb auch unter dem Pseudonym S. Jaroslawzew. Boris veröffentlichte einige Essays unter dem Pseudonym S. Witizki.
Mehrere Werke der beiden Autoren wurden verfilmt, darunter 1989 Es ist nicht leicht ein Gott zu sein durch Regisseur Peter Fleischmann in einer westdeutsch-sowjetisch-französischen Produktion. Bekannteste Leinwandadaption eines Strugazki-Romans ist jedoch Stalker, eine Verfilmung nach Motiven aus Picknick_am_Wegesrand und nach dem Filmszenarium Die Wunschmaschine, das mehrfach umgearbeitet wurde, durch den russischen Meisterregisseur Andrei Tarkowski.
Literarische Einordnung
Die Literatur der Brüder Strugazki verbindet Elemente der russischen Erzähl- und Märchentradition mit Motiven der Science-Fiction, einer menschlich-psychologischen, im Gegensatz zu einer rein technischen. Obwohl meist in der dritten Person geschrieben, sind ihre besten Bücher konsequent und überzeugend subjektiv und hermetisch, und die Kamera oder Stimme des Erzählers sitzt über weite Strecken im Kopf der Hauptfigur.
Von literaturkritischem Interesse ist die Vielfalt der Erzählstrukturen, derer sich die Brüder Strugazki bedienen. Die Wellen ersticken den Wind etwa ist als Briefroman ausgeführt, andere Werke kommen gänzlich ohne Zeitsprünge und Perspektivwechsel aus. Bei einem Autorenduo liegt die Vermutung nahe, dass sich die Stoffe von Kapitel zu Kapitel in mitunter unvorhergesehene Richtungen entwickelt haben, und beispielsweise in Das lahme Schicksal finden die Handlungsstränge auch nicht zusammen, in Die Last des Bösen bleiben sie lange unversöhnt, um sich auf der letzten Seite kunstvoll zu kreuzen oder ineinander zu spiegeln.
Die in ihren Büchern beschriebenen fiktiven Gesellschafts- und Herrschaftssysteme sind häufig als Allegorien auf den realen Sozialismus oder die Prinzipien des Kommunismus zu lesen. Besonders in ihren späteren Werken wird die Rolle des Individuums in bürokratischen oder totalitären Systemen zum zentralen Motiv - so etwa in den Romanen Das lahme Schicksal und Das_Experiment, die aufgrund ihres gesellschaftskritischen Inhalts erst nach dem Zerfall der Sowjetunion veröffentlicht wurden. Auch Bücher wie Montag beginnt am Samstag und Troika, die ganz offensichtlich in der Sowjetunion spielen, lassen sich als Kritik an starren Verwaltungsstrukturen lesen.
Einige Geschichten oder Erzählstränge kommentieren das Autorenschicksal selbst oder den simplen Alltag. Grundton ist dennoch ein verhaltener Optimismus, und die Ideale der Freundschaft finden sich, mitunter in russischer Wodkaseligkeit. Auch die Bürokraten bleiben überwiegend menschlich oder zumindest harmlos. Schurken oder Gegenspieler treten kaum auf.
Ein mehrfach auftauchendes Konzept ist das eines erhofften oder thesenhaft in den Raum gestellten sprunghaften, Aufstiegs des Homo sapiens zu einem Hyper-Menschen (?vertikaler Progress?).
Hier werden aber auch die Vor- und Nachteile einer ?neuen? Super-Menschen-Rasse erörtert (am Ende der ?Maxim-Kammerer-Trilogie?).
Wanderer im Mittags-Universum
Eine Reihe der Strugazkibücher sind im Mittags-Universum (nach dem Buch Mittag, 22. Jahrhundert) angesiedelt, und enthalten Bezüge zu den Wanderern, (Russisch: мир Странников), Mitgliedern einer überlegenen Zivilisation, die in die Geschicke der Menschheit eingreifen. Die Menschen selbst haben in diesem Universum einen hohen gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und technischen Standard errichtet. Geld hat seine Bedeutung verloren, da jeder einer Beschäftigung nachgeht, die ihn interessiert und dadurch zum Gemeingut beiträgt. Die Erde wird von einer Technokratie regiert.
Verwendet wird als wiederkehrendes Thema die Beeinflussung mittelalterlicher (außerirdischer) Gesellschaften durch menschliche Agenten (?Progressoren?). Analog wird von einigen Menschen eine Einflussnahme auf die Menschheit durch eine übergeordnete Zivilisation der Wanderer vermutet.
Sehr spezielle Werke
Die Brüder Strugatzki haben auch eine Reihe Powjesti (Powjest = verlängerte Kurz-Erzählung) veröffentlicht, die nicht in ihren eindeutigen Universen spielen. Diese sind meist gesellschaftskritisch veranlagt.
Die zweite Invasion der Marsianer - Aufzeichnungen eines Vernünftigdenkenden wurde in der ersten (west-)deutschen Übersetzung 1973 herausgegeben, und wendet sich eindeutig gegen Opportunismus (und gegen das Abzapfen von Magensaft).
Titel
Verschiedene Titel für dasselbe Werk sind durch Semikoli getrennt.
Arkadi und Boris Strugazki
Arkadi Strugazki
Boris Strugazki
Weblinks
* Arkadi Strugazki:
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• Biografie Arkadi Strugatzkis
• Mehr zur Arbeit der Brüder Strugatzki
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