Boresch IX. von Riesenburg der Jüngere
Boresch IX. von Riesenburg der Jüngere (auch iunior, der iuengere) (tschechisch Bore? IX. mlad?í oder mlaz?í) (? 1403) war ein böhmischer Adliger aus dem Geschlecht der Riesenburger.Gemeinsam mit seinem Bruder Boresch_VII._von_Riesenburg_dem_Älteren übernahm er das väterliche Erbe nach Boresch V. von Riesenburg und Petschau. 1387 trat er als Mitglied des Landgerichtes auf. Im gleichen Jahr verliehen beide Brüder der Siedlung Petschau Stadtrechte.
1394 lud Jobst von Mähren führende Mitglieder des böhmischen Adels nach Prag ein, darunter Heinrich_von_Rosenberg_auf_Krumlau, Heinrich der Ältere von Neuhaus, Brenek von Fels und Schwihau, Otto von Berg, Heinrich Berka von Duba auf Hohenstein, Wilhelm_von_Landstein, Jan Michalec z Michalovic a na Mladé Boleslavi, Botschek_von_Kunstadt_auf_Podiebrad und auch Boresch der Jüngere. Am 5. Mai 1394 veröffentlichten sie eine gemeinsame Erklärung für gemeinsames Vorgehen zum Wohle des tschechischen Volkes gegen König Wenzel.
Im April überfielen Boresch und Bohuslav von Schwanberg mit weiteren Landesherren die Burg Tou?im und nahmen Propst Georg fest, den Boresch anschließend auf der Burg_Riesenburg festhielt. Der König reagierte wutentbrannt auf diesen Affront und befahl dem Prager Burggrafen Otto von Berg ein Heer zusammenzustellen und die Aufständischen zu bestrafen. Otto folgte, zog jedoch mit den Soldaten nicht gegen die Rebellen sondern gegen den König. Während seiner Rückkehr von seiner Burg ?ebrák, wurde Wenzel gefangen genommen und im Weißen Turm auf der Prager Burg inhaftiert.
Wenzel wurde gezwungen, seinen Cousin, den Markgrafen Jobst, zum Hauptmann des böhmischen Königreichs zu ernennen. Ihm schlossen sich dann weitere böhmische Aristokraten an, darunter auch Boresch. Auf die Seite des Königs schlug sich jedoch sein jüngerer Bruder Johann_Görlitz, der in Kuttenberg eine Armee zusammenstellte. Die Rebellen zogen sich daraufhin mit dem König nach Südböhmen zurück. Unter beiden Lagern entbrannte ein erbitterter Krieg. Johann ließ die Höfe und Ländereien der Rosenberger plündern und besetzte Budweis. Am 30. Juni 1394 schloss man Frieden und Wenzel wurde entlassen.
Der Frieden hielt jedoch nicht lange und Ende 1394 versammelten sich die Landesherren wieder, diesmal in Alttabor. Markgraf Jobst erhielt Unterstützung vom Meißner Markgrafen Wilhelm und dem von Verhandlungen mit seinem Bruder enttäuschten Johann Görlitz. Die neue Koalition, an der sich auch Boresch VII. der Ältere beteiligte, traf sich mit dem König auf seiner Burg ?ebrák. In der von den höheren Adeligen vorgelegten Forderungen sollten diese alle wichtigen Ämter erhalten und damit das Land kontrollieren und verwalten. Aber auch dieses Friedensabkommen hielt nicht lange. Wenzel inhaftierte den Markgrafen Jobst und Bocek von Podiebrad; gegen andere, darunter auch die Riesenburger, sollte ein Heer aufgestellt werden, angeführt von Bo?ivoj ze Svina?.
Boresch der Jüngere, inzwischen wieder auf seinem Dominium, machte inzwischen neue Schulden.
1395 wurde Jobst entlassen und zu Verhandlungen zugelassen, dies jedoch auf Kosten des Königsbruders Johann. 1396 versuchte Wenzel die Lage wieder in den Griff zu bekommen und bat seinen Bruder Sigismund um Hilfe. Durch dessen Verhandlungen konnte am 2. April 1396 ein weiterer Frieden geschlossen werden, wiederum zu Gunsten der böhmischen Landesherren. Boresch wurde danach in das Hofgericht berufen.
1398 verkaufte Boresch IX. schließlich auch den Familienbesitz, die Burg Riesenburg und die Stadt Dux sowie 25 weitere Ländereien an den Meißner Markgrafen Wilhelm. Das meiste dadurch erworbene Geld musste er für die Begleichung von Schulden aufbringen. Da der Markgraf jedoch die gesamte Summe nicht aufbringen konnte, hinterließ er Boresch als Pfand die Burg Leisnig in Meißen.
In den Folgejahren konzentrierte sich Boresch schließlich auf die Verwaltung übrig gebliebener Familienbesitztümer in Westböhmen. Boresch IX. wurde 1403 das letzte Mal urkundlich erwähnt. So soll er zum Schluss vom König Sigismund Einnahmen aus der Stadt Taus bekommen haben. Dies weist darauf hin, dass er zu den Anhängern des neuen Königs gehörte und den Regenten wohl auch finanziell unterstützt hatte.
Um sein Erbe und das seines Bruders wurde nach seinem Tod nicht nur innerhalb der Familie sondern auch durch andere Adelige vor Gericht gefochten, bis die Familie das Meiste verlor und verarmt ausstarb.
Seine Frau Anna von Kolditz hielt noch eine Zeit lang Bochov, trat jedoch später als Küchenverwalterin (magistra coquine) in die Dienste der Herzogin Elisabeth von Görlitz, Tochter des inzwischen verstorbenen Johann_von_Görlitz.

