Bordunzither
Als Bordunzither bezeichnet man einen speziellen Typus von Zither, der über wenige (oft nur eine) Spielsaiten verfügt, während die weiteren Saiten nur zur Untermalung mit angeschlagen werden um einen stehenden Ton, einen Bordun hervorzubringen.Geschichte
Die früheste belegte Form der Bordunzither ist das Scheitholt (auch Scheitholz), welches 1619 von Michael Praetorius in Syntagma Musicum erwähnt wird und dabei - als "LumpenInstrumentum" bezeichnet - schlecht abschneidet. Das Scheitholt besteht aus kaum mehr als einem länglichen Korpus in Form eines Quaders an dessen Kopfende sich ein einfaches Wirbelbrett befindet, ähnlich wie man es an Gitarren und anderen Zupfinstrumenten verwendet und ist mit drei oder vier Messingsaiten bespannt. Ein Griffbrett im üblichen Sinn ist nicht vorhanden, die Bünde sind durch direkt in die Decke eingeschlagene Nägel geschaffen.
In Frankreich entwickelte sich bald das Épinette des Vosges, das über keine klar definierte Form oder Bespannung verfügt und höchst unterschiedliche Formen aufweist.
Eine ungarische Form der Bordunzither (dort auch "Pferdeköpfige" Citera genannt) zeichnet sich durch mehrere abgestufte Wirbelköpfe aus, auf denen teils bis zu 20 Bordune angebracht sind.
Am bekanntesten jedoch ist vermutlich die US-amerikanische Form des Mountain Dulcimer oder Appalachian Dulcimer (nicht zu verwechseln mit dem Hammered - Dulcimer oder dem Bowed - Dulcimer), die sich aus den Bordunzithern der europäischen Einwanderer aus England und Irland entwickelte und in der amerikanischen Volksmusik bis heute ihren Platz hat.
Links
• Scheitholt und frühe Formen der Kratzzither
• Scheitholt und [http://www.sumerauer.de/dausenkunz/deutsch/epinett.htm Epinette] beim deutschen Instrumentenbauer Andreas Sumerauer.
• Dulcimer-Modelle und Infos auf Helmut Seiberts [http://www.saitenklang.de/ Saitenklang.de]

