Tannat
Tannat ist eine rote Rebsorte, die einen sehr tanninreichen (Name!), farbintensiven, kräftigen Wein ergibt. Durch die hohe Konzentrationen an Tanninen weist reinsortiger junger Tannatwein eine starke Adstringenz auf, deren Abbau eine langjährige (ca. 20 Monate) Flaschenreife erfordert.
Gesundheitswirkung
Die Sorte liefert bei traditioneller Verarbeitung, das heißt bei längerer Gärung mit Schalen und Kernen (drei bis vier Wochen) die höchsten Werte an Polyphenolen, die sich als vorbeugend bei Herz- und Kreislauferkrankungen erwiesen haben, von allen Rebsorten. Der Tannat gilt seit der Veröffentlichung dieser Forschungsergebnisse von Dr. Roger Corder in der Wissenschaftszeitschrift Nature (Bd. 444, S. 566) als gesündester Rotwein überhaupt. [http://www.welt.de/data/2006/11/29/1128808.html] Wegen des hohen natürlichen Gehalts verbunden mit der restlosen Extraktion in den beiden kleinen Anbaugebieten in Frankreich und Sardinien enthält dieser Wein gut viermal soviel Polyphenole wie alle anderen getesteten Rotweine. Als hauptwirksamer Bestandteil wurde Procyanidin identifiziert. [http://www.businessportal24.com/de/Traditionell_Rotwein_Blutdruck_78305.html]
Anbaugebiete
Das Ursprungsgebiet der Rebe liegt wahrscheinlich in den Pyrenäen. Das Hauptanbaugebiet mit 3000 Hektar liegt heute im französischen Süd-Westen, wo sie in der AOC Madiran (fast) reinsortig gekeltert wird und einen kräftigen Rotwein ergibt. Im Gebiet Cahors wird sie mit der dort vorherrschenden Malbec = Auxerrois verschnitten, um den Weinen mehr Rückgrat zu geben. Zu den bekanntesten Madirans zählen Montus, Bouscassé, Berthoumieu, d´Aydie, Laffont, Labranche-Laffont, Lenclos. Weitere französische Anbaugebiete sind Tursan, Côtes de Saint-Mont, Irouléguy in den Pyrenäen, Côtes du Brulhois (ein Gebiet im Norden der Gascogne) und Béarn.
In der neuen Welt wird die Tannat reinsortig gekeltert. Anbaugebiet ist vor allem Uruguay (2000 Hektar), wo sie den Namen Harriague nach dem Begründer des Anbaus dem baskischen Frankreichauswanderer Don Pascual Harriague trägt. Die Tannat-Weinbauregionen in Uruguay sind Canelones, Montevideo, San_José und Maldonaldo.
Kleinere Anbaumengen gibt es daneben auch in Argentinien, Brasilien, Bolivien (im Gebiet Santa Cruz [http://es.wikipedia.org/wiki/Uva_tannat]), Kalifornien und Portugal [http://www.welt.de/data/2002/06/08/423400.html].
Kleine Mengen werden in Australien angebaut. [http://www.vinodiversity.com/tannat.html]
Italien: Restflächen werden in Sardinien (Provinz Nuoro [http://www.welt.de/data/2006/11/29/1128808.html] wo sie auf traditionelle Weise mit drei bis vier Wochen Gärung mit Schalen und Kernen hergestellt werden) und Apulien [http://www.winecountry.it/regions/apulia/grapes.php] gepflegt.
Schweiz: Ein Versuchsanbau findet auf kleinen Flächen im Wallis und im Tessin statt. [http://www.tannat.ch/modules.php?op=modload&name=Traubensorten&file=1132]
Nachdem er früher bedeutender war, gibt es einen kleinen Restanbau von 10 Hektar in Südafrika. [http://www.wynboer.co.za/recentarticles/1103cultivar.php3]
Wie alle taninreichen Weine ist der Tannat sehr lange haltbar.
Synonyme
Moustrou, Madiran (nach einem französischen Anbaugebiet), Harriague (in Uruguay und Argentinien, Bordeleza (baskisch), Bordelais, Tannat noir
Literatur
*R. Corder, W. Mullen, N. Q. Khan, S. C. Marks, E. G. Wood, M. J. Carrier, A. Crozier: Oenology: Red wine procyanidins and vascular health, Nature 444, 566 (30 November 2006)
*Roger Corder: The Wine Diet, Sphere 2006, ISBN: 1847440037
*Daniel Vergnes: La conservation du patrimoine génétique du Tannat, Chambre d?Agriculture des Pyrénées-Atlantiques, 2002
*Daniel Vergnes: Suivi de maturité polyphénolique du Tannat, Chambre d?Agriculture des Pyrénées-Atlantiques, 2002
Weblinks
• französische Seite über den Tannat
• Tannat als gesündester Wein
• Podcast von Nature zum Thema; anklicken: 30 November 2006
• Über die Tannattraube und den Anbau in Süfafrika.
• Tannatanbau in Uruguay
• Uruguayischer Weinführer

