Borchardt C93
Die Borchardt C93 war eine der ersten Selbstladepistolen, die in nennenswerten Stückzahlen hergestellt wurde.
Geschichte und Technik
Die C93 wurde 1893 von Hugo Borchardt entwickelt und bei der Waffenfabrik Ludwig Loewe AG (später Deutsche Waffen und Munitionsfabrik DMW) in Berlin gefertigt. Der sogenannte Kniegelenkverschluss der Waffe wurde dem Maxim-Maschinengewehr entlehnt. Dabei gleiten Lauf und Verschluss beim Rückstoss zuerst gemeinsam zurück, die Schenkels des Kniegelenkes sind leicht nach unten durchgedrückt. Dann drückt eine Führungskulisse das Gelenk nach oben, die Schenkel schnappen zusammen und der Verschluss entriegelt. Beim Maxim-MG knickte das Gelenk noch nach unten ab, durch die Drehung des Mechanismus schuf Borchardt jedoch Platz für die Munitionszuführung durch den Pistolengriff. Auffälliges Merkmal der Pistole ist die überstehende Gehäusewulst an ihrem Ende, welche die Schließfeder beherbergt. Der Griff befindet sich im nahezu rechten Winkel zur Laufachse. Als Zubehör wurde ein hölzerner Anschlagsschaft mitgeliefert.
In dieser Form war die C93 eine unausgereifte Konstruktion. Bei mehreren Ausschreibungen zu militärischen Dienstwaffen wurde sie unter folgenden Vorbehalten zurückgewiesen:
* die Waffe war überaus lang und schwer
* ungünstiger Griffwinkel
* zu schwache Patrone
Darüber hinaus war die Fertigung recht aufwändig, daher wurde sie nach 3000 Exemplaren eingestellt.
Weiterentwicklung
Die eigentliche Bedeutung der Waffe liegt darin, dass sie die Grundlage für eine andere Pistole wurde. Georg Luger stellte die C93 im Auftrag der DMW dem Zeugamt der US Army vor, blieb jedoch erfolglos. Daraufhin konstruierte er sein eigenes Modell, bei dem er die genannten Nachteile behob. Insbesondere gelang es ihm, den Gelenkverschluss entscheidend kompakter zu gestalten. Dieses Modell sollte dann als Pistole 08 Ordonnanzwaffe des deutschen und schweizerischen Militärs werden.
Weblinks
• www.landofborchardt.com: Original DWM C93 Borchardt instruction manual (engl.)

