Bonifatiuskirche (Wiesbaden)
Die Bonifatiuskirche in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden, mit offiziellem Namen St. Bonifatius, ist die katholische Hauptkirche der Stadt. Die in den Jahren 1844 bis 1849 von Philipp Hoffmann errichtete neogotische dreischiffige Hallenkirche beherrscht mit ihren beiden 68 m hohen Türmen die klassizistische Anlage des Luisenplatzes.
Geschichte
Seit 1801 stand den Katholiken in Wiesbaden nur eine Notkirche in der Marktstraße zur Verfügung.
Als der rechteckige Luisenplatz Ende der 1820er Jahre neu angelegt wurde, erhielt der Architekt Friedrich Ludwig Schrumpf den Auftrag, an dessen Kopfseite einen repräsentativen Neubau in den Formen des Klassizismus zu errichten. Der Platz sollte so ein einheitliches Erscheinungsbild ergeben, an dem wichtige Gebäude der nassauischen Residenzstadt angeordnet waren. Auf der Ostseite entstand die Alte Münze, gegenüber das Pädagogium; heute ist in beiden Bauten das Hessische Kultusministerium untergebracht. Schrumpf plante die Kirche an der Nordseite mit einem mächtigen Säulenportikus, den man über eine breite Freitreppe erreichte. Über dem Portikus thronten zwei kleine Türme. Die Kirche wurde 1828 fertiggestellt. Nur wenige Jahre später, am 11. Februar 1831 stürzte sie aber in sich zusammen.
Wenige Jahre später entschloss man sich für einen Wiederaufbau. Damit wurde der junge Architekt Philipp Hoffmann beauftragt, der schon beim Neubau des Stadtschlosses mitgewirkt und sich dort positiv ausgezeichnet hatte. Mit dem Bau in neogotischen Formen wurde 1844 begonnen, 1849 wurde die Kirche vollendet. Die größte katholische Kirche der Stadt erhielt 1863/1864 ihre beiden 68 m hohen Türme. Damit konkurriert sie mit der 1862 vollendeten protestantischen Marktkirche und deren 5 Türmen.
Architektur
Die Bonifatiuskirche bildet eine dreischiffige Hallenkirche. Ihre neogotischen Formen sind allerdings nicht ganz konsequent. So schließen die großen Außenfenster nicht mit einem Spitz-, sondern einem Rundbogen ab. Das Innere erhält durch die rot-blauen Fenster einen sanften Ton. Der Altar steht auf einem Podest aus rotem Marmor, im Chor steht ein steinernes Kruzifix
Literatur
* Baedeker Wiesbaden Rheingau, Karl Baedeker GmbH, Ostfildern-Kemnat, 2001, ISBN 3879540764
Gottfried Kiesow: Das verkannte Jahrhundert. Der Historismus am Beispiel Wiesbaden, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 2005, ISBN 3936942536
* Gottfried Kiesow: Architekturführer Wiesbaden - Durch die Stadt des Historismus, 2006, ISBN 3-936942-71-4
Weblinks
• www.st-bonifatius-wiesbaden.de

