Bonfeld
Bonfeld ist ein Dorf im Landkreis Heilbronn, das seit 1. November 1973 zur Stadt Bad Rappenau gehört.
Geschichte
In der Römerzeit (bis 260 n. Chr.) bestand in Bonfeld bereits eine Villa rustica, deren Überreste bei Bauarbeiten 1851/52 entdeckt, 1855 beschrieben und 1896 ins Lapidarium nach Stuttgart überführt wurden. Das einst dicht bewaldete Gebiet gehörte zum Versorgungsbereich des Kastells_Wimpfen_im_Tal.Die früheste neuzeitliche Besiedlung datiert auf eine Urkunde König Ludwigs aus dem Jahr 856, in der eine villa Eichusa (Eichhäuserhof) erwähnt wird, die sich auf dem Eckberg (heute von der A_6 durchschnitten) befand. Der Ortsname Bonfeld taucht erstmals im frühen 13. Jahrhundert mit einem Otto von Bonvelt auf. Der Ortsname bedeutet möglicherweise ?Baumfeld? und könnte Hinweise auf den gerodeten Waldbestand geben, oder aber Bannfeld, eine für Weidetrieb gesperrte Rodung.
Das Geschlecht der von Bonfeld errichtete unweit des Eichhäuserhofs eine Burg und starb im 15. Jahrhundert aus, an ihre Stelle traten die Herren von Helmstatt, die den Ort 1427 gemeinsam mit Fürfeld und Treschklingen vom Hochstift_Worms als Lehen erhielten. 1476 erwarb Hans der Reiche von Gemmingen-Guttenberg Burg und Dorf Bonfeld und erhielt 1483 auch das Lehen förmlich übertragen.
Von 1564 bis 1568 wurde unter Philipp dem Weisen von Gemmingen (1518?1571) anstelle der mittelalterlichen Burg ein Renaissance-Schloss errichtet. Im Jahr 1622 wurden die Gebäude des Ortes im Umfeld der Schlacht bei Wimpfen verwüstet.
Nachdem das Schloss stark baufällig geworden war, wurde es 1748 größtenteils abgerissen und an seiner Stelle das imposante Obere Schloss errichtet. Von der vormaligen Renaissance-Anlage künden nur noch wenige Gebäudeteile, u. a. der Wasserturm genannte Turm der Anlage und Mauerteile von Wirtschaftsgebäuden. Von 1773 bis 1775 wurde die oberhalb des Schlosses gelegene mittelalterliche Kirche durch einen frühklassizistischen Kirchenneubau ersetzt. Ludwig Eberhard von Gemmingen erbaute von 1784 bis 1787 nahe dem Oberen Schlosses das ungleich schlichtere Untere Schloss.
Die Oberlehensherrschaft des Bistums Worms endete im Jahr 1802. Bonfeld fiel nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 an den Landgrafen von Hessen-Darmstadt und durch die rheinische Bundesakte von 1806 als selbstständiger Ort an das Königreich Württemberg, in dem es zunächst zum Oberamt Kirchhausen, ab 26. April 1808 zum Oberamt Heilbronn gehörte.
Der Besitz an den beiden Schlössern blieb bei den Herren von Gemmingen, die 1851/52 den historischen Eichhäuserhof abrissen und einen neuen Eichhäuserhof im Gewann Breitloch errichten ließen. Bei diesen Bauarbeiten wurden die eingangs erwähnten römischen Siedlungsspuren gefunden.
Der rein landwirtschaftlich geprägte Marktflecken erhielt ab 1860 eine eigene Poststelle. Die Einwohnerzahl, die 1858 noch knapp 1200 Personen betragen hatte, war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts durch Auswanderung und Landflucht stark rückläufig. 1933 wurden 916, 1939 wurden 942 Einwohner gezählt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bonfeld als Wohnort für Pendler der umliegenden Städte und Gemeinden attraktiv, und die Einwohnerzahl stieg wieder an.
Das Untere Schloss wurde 1953 durch einen Großbrand vollständig zerstört und in den Folgejahren komplett abgetragen. 1969 wurde eine Mehrzweckhalle eröffnet.
Bonfeld wurde am 1. November 1973 nach Bad Rappenau eingemeindet und hatte zu diesem Zeitpunkt 1309 Einwohner. 2005 lebten etwa 1800 Personen in Bonfeld.
Wappen
Das Wappen von Bonfeld zeigt drei Ähren im diagonal dreigeteilten und in den Gemmingenschen Farben Gelb und Blau gehaltenen Schild.
Sehenswürdigkeiten
* Oberes Schloss Bonfeld von 1748, mit ?Wasserturm? um 1565 und zahlreichen Wirtschaftsgebäuden, von denen Teile auch auf das 16. Jahrhundert datieren
* Evangelische Kirche von 1774, ein frühklassizistischer Bau, der einen bereits 1413 erwähnten Vorgängerbau ersetzte
* Altes Rentamt mit Nebengebäuden
Bild:Bonfeld-kirche5.jpg|Ev. Kirche von 1774
Bild:Bonfeld-kirche-hauptportal2.JPG|Hauptportal der Kirche mit Gemmingenschem Wappen
Bild:Bonfeld-oberes-schloss3-scheune.JPG|Scheune beim Oberen Schloss
Bild:Bonfeld-scheune-beim-schloss-1794.JPG|Zum Wohngebäude umgenutzte Scheune von 1794
Literatur
*Geschichte der Stadt Bad Rappenau, hrsg. von der Stadt Bad Rappenau 1978

