Boncourt JU
Boncourt ist eine politische Gemeinde im Distrikt_Porrentruy des Kantons Jura in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Bubendorf wird heute nicht mehr verwendet.
Geographie
Boncourt liegt auf , 10 km nordnordwestlich des Bezirkshauptorts Villars-le-Sec, Saint-Dizier-l'Evêque, Lebetain, Delle, Florimont und Courcelles.
Bevölkerung
Mit 1300 Einwohnern (Ende 2006) gehört Boncourt zu den grösseren Gemeinden des Kantons Jura. Von den Bewohnern sind 96.6 % französischsprachig, 2.1 % deutschsprachig und 0.4 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Boncourt stieg bis 1970 kontinuierlich an. Seither wurde insgesamt ein rückläufiger Trend beobachtet.
Wirtschaft
Etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich Boncourt vom Agrar- zum Industriedorf gewandelt. Die erste bedeutende Fabrik war die 1814 von Martin Burrus gegründete Delémont (dt. Delsberg) durchgehend auf einer kreuzungsfreien Strasse verbinden soll. Am 23. September 1872 wurde die Eisenbahnstrecke Porrentruy - Delle mit einem Bahnhof in Boncourt eröffnet. Ab dem 10. Dezember 2006 verkehren nach einem elfeinhalbjährigen Unterbruch wieder Züge zwischen Boncourt und Delle. Geplant ist eine Wiederinbetriebnahme von Delle bis nach Belfort, um einen Anschluss an die in Bau befindliche Schnellfahrstrecke LGV Rhin-Rhône zu gewährleisten.
Geschichte
Erstmals wird Boncourt im Jahre 1140 als Bononis Curia erwähnt. Die Bezeichnung geht vermutlich auf den germanischen Personennamen Bobo oder Boso zurück. Das Gebiet war aber schon zur Römerzeit bewohnt, denn Archäologen entdeckten auf dem Hügel von Châtillon südwestlich des Dorfes Überreste einer römischen Siedlung.
Boncourt teilte die wechselvolle Geschichte der Ajoie, die 1271 an das Fürstbistum Basel kam. Es unterstand vom 16. bis zum 18. Jahrhundert dem Meieramt Bure. Von 1793 bis 1815 gehörte Boncourt zu Frankreich und war anfangs Teil des Département du Mont Terrible, ab 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern und am 1. Januar 1979 an den neu gegründeten Kanton Jura.
Sehenswürdigkeiten
Ein Turm auf dem Felsvorsprung links der Allaine ist der einzige Überrest der Burg Milandre, die im 13. Jahrhundert von den Grafen von Montbéliard erbaut und 1674 in der Folge der Besetzung der Franche-Comté durch die französischen Truppen von Marschall de Turenne zerstört wurde. Die Kirche von Boncourt, Saint-Pierre-et-Paul, wurde 1920-21 neu gebaut, wobei der gotische Chor und der Frontturm des Vorgängerbaus erhalten blieben. Zur bedeutenden Innenausstattung gehört der im Stil der barocken Holzschnitzkunst hergestellte Altar von 1725-30, ein Hauptwerk der Gebrüder Breton. Im alten Dorfkern links der Allaine sind noch einige typische alte Fachwerkhäuser des 18. und 19. Jahrhunderts zu sehen. Von 1909 stammt die im Stil des Eklektizismus errichtete Villa Burrus.
Sehenswert ist auch die Tropfsteinhöhle der Grotte de Milandre südlich des Dorfes.
Weblinks
• Offizielle Website der Gemeinde Boncourt
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