Bomberjacke
Als Bomberjacke wird in der Regel ein spezielles Modell einer Fliegerjacke aus Nylon bezeichnt: das US-amerikanische Modell MA-1, während andere Jackenmodelle, die als Jacken für Kampfflugzeugbesatzungen konzipiert wurden, als Fliegerjacken bezeichnet werden. Manchmal wird Bomberjacke jedoch auch unscharf als Synonym für den Begriff Fliegerjacke verwendet.
Bei den heute als Bomberjacken bezeichneten Kunstfaserjacken in Blousonform handelt es sich um das Modell MA-1 (MIL-J-8279). Diese unterscheidet sich etwas von der B-15, die sie ersetzte. Die MA-1 hat einen Strickkragen statt eines Fellkragens, was wegen des Konflikts mit den Fallschirmgurten geschah. 1957 wurden die ersten MA-1 Jacken an die US Air Force ausgegeben. Sie war damit aber nicht der direkte Nachfolger der "B-15D". 1947 wurde zuerst die "L-2", die der "MA-1" sehr ähnelte, eingeführt. Kurz darauf wurde die L-2A, wie zuvor die "B-15C", für das Militär zuerst nur in blau (midnight blue) gefertigt, um die Eigenständigkeit der "United States Airforce" (USAF) zu verdeutlichen, die bis dahin als "United States Army Airforces" (USAAF) noch Teil der US Army war. Später wurde die Farbe beim Modell L-2B wieder in grün (sage-green) geändert. Das Modell L-2 konnte sich jedoch bei den Piloten nicht durchsetzen. Sie bevorzugten weiterhin die "B-15", bis die "MA-1" eingeführt wurde.
Während des Koreakrieges (1950?1953) war eine gemischte Fliegerbekleidung aus verschiedenen Zeitabschnitten und Farben nicht ungewöhnlich. Die Auslieferung der ersten MA-1-Jacken von Alpha Industries begannen nach dem 1958 abgeschlossenen Vertrag mit der US-Regierung (MIL-J-8279). Auch wenn der Nutzungsbereich von -18 bis +15 Grad Celsius geht, wurde die MA-1 für Temperaturen von -10 bis +10 Grad Celsius (Komfortbereich) entwickelt.
Insgesamt hat Alpha Industries über eine Million Exemplare der MA-1 an das US-Verteidigungsministerium geliefert (Quelle: [http://www.alphaindustries.de/alpha2002/start.htm]). Die Alpha "MA-1" hat ein schwarzes, gesticktes Firmenlogo in der linken Außentasche und am linken Ärmel sowie ein weißes Spezifikationsetikett mit der militärischen Typennummer in der linken Außentasche. Diese Nummer zeigt die Veränderungen , die an der Jacke vorgenommen wurden anhand der angehängten Buchstaben auf. Die ersten Änderungen waren die J-8279A, J-8279B, J-8279C. Sie betrafen das Ersetzen der Wollsteppung durch eine (8 oz Dacron) Polyesterfasersteppung, was die Jacke leichter machte. Den Druckknopf im Vorderbereich, an dem der Pilot seine Sauerstoffmaske befestigen konnte wenn er sie nicht benutzte, machten Veränderungen im Flugzeugdesign und bei Pilotenhelm-Sauerstoffsystemen überflüssig.
Die Veränderung (MIL-J-8279D) fand Mitte der 1960er statt als die MA-1 zu einer Wendejacke umgeändert wurde. Das Orange Innenfutter sollte abgestürzte Piloten für Rettungstrupps leichter erkennbar machen. Die frühen MA-1 für die Air Force hatten ein United States Air Force Emblem auf den Ärmel gedruckt. Dies entfiel bei späteren Modellen zu Gunsten eines Aufnähers der unterschiedlichen Militäreinheiten.
Zivile Nutzung
Im zivilen Bereich hat sich die Bomberjacke als zeitloses und praktisches Kleidungsstück etabliert und wird unter anderem in der Skinhead-, Hooligan-, Gabber-Szene getragen. Die "MA-1", meist in einheitlich schwarzer Farbe und gelbem Innenfutter oder grüner Farbe sowie orangem Innenfutter werden oftmals auch als ein Zeichen rechtsradikaler oder neonazistischer Gesinnung interpretiert, wobei gerade diese Jacken auch von eher links orientierten Punks getragen werden. Diese Jacken werden von Menschen jeder Gesinnung getragen. Somit ist eine eindeutige Zuordnung zu einer politischen Gesinnung allein auf Grund des Tragens dieser Jacken nicht möglich. Die ersten MA-1-Jacken wurden in Europa gegen Ende der 1950er-Jahre in sehr kleinen Stückzahlen angeboten, entweder auf dem Schwarzmarkt oder bei Regierungsverkäufen. In den frühen 1960ern gelangten mehr Jacken nach Europa, als die Firma Alpha Industries die Militärbekleidung für die europäischen Luftstreitkräfte und zivile Kunden exportierte. Zu dieser Zeit bürgerte sich in England der Name Scooter jacket ein, da die Jacke fast ausschließlich von Rollerfahrern getragen wurde.

