Bombenkanone
Bombenkanonen waren Vorläufer der Geschütze mit gezogenem Lauf. Im Gegensatz zu diesen hatten sie nur einen glatten Lauf.So waren es glatte Geschütze großen Kalibers, meist 23 und 28 cm, von 10 Kaliber Länge, also zwischen Kanone und Haubitze stehend, mit konischer Kammer, dazu bestimmt, mit verhältnismäßig starker Ladung und geringer Elevation Bomben gegen Schiffswände, später auch gegen Mauerwerk zu schießen.
Die Bombenkanonen wurden zuerst 1822 vom damaligen französischen Major Henri Joseph Paixhans konstruiert und nach den 1824 stattgehabten Versuchen bei Brest in Frankreich und andern Staaten eingeführt. Sie fanden zuerst ausgedehnte Anwendung im Krimkrieg und erwiesen sich, namentlich durch ihre Sprengladung, von großer Wirkung gegen Schiffe (Seeschlacht bei Sinope, 1853; Seesieg der Dänen über die Österreicher bei Helgoland, 1864). Von der Marine gingen die Bombenkanonen auch auf die Landartillerie über und sollten hier bei ihrer großen Schußweite und Trefffähigkeit unter Verfeuern von Bleibomben zum Brescheschuß, namentlich zum indirekten, verwendet werden. Die gezogenen Geschütze haben die Bombenkanonen verdrängt; in der preußischen Artillerie sind sie 1871 abgeschafft worden. Die noch bis vor Paris mitgeführten, dort aber nicht zur Verwendung gekommenen Bombenkanonen wurden, weil sie die Rückfracht nicht lohnten, sogar vor Ort gesprengt.

