Boltzmannkonstante
Die Boltzmann-Konstante (Formelzeichen: kB oder k) ist die fundamentale Umrechnungskonstante zwischen Temperaturen und thermischen Energien. Sie wurde entdeckt von Max Planck und ist benannt nach Ludwig Boltzmann und nicht zu verwechseln mit der Stefan-Boltzmann-Konstante.Der Wert der Konstante beträgt
:. P. J. Mohr und B. N. Taylor: [http://link.aps.org/abstract/RMP/v77/p1 CODATA recommended values of the fundamental physical constants: 2002]. In: Rev. Mod. Phys. Bd. 77, Nr. 1, 2005, S. 1-107.
Merkhilfe: , mit der Raumtemperatur
Hierbei stehen die einzelnen Formelzeichen für folgende Größen:
* R - Universelle_Gaskonstante
* NA - Avogadro-Konstante
* J - Joule, die SI-Einheit der Energie
* K - Kelvin, die SI-Einheit der Temperatur
Rolle der Boltzmannkonstante im Idealen Gasgesetz
Die Boltzmannkonstante ist eine der möglichen Proportionalitätskonstanten des idealen Gasgesetzes
:.
Bedeutung der Formelzeichen:
* p - Druck
* V - Volumen
* N - Teilchenanzahl
* T - Absolute Temperatur
Die Boltzmannkonstante entspricht dem Quotienten der doppelten mittleren kinetischen_Energie
eines idealen_Gasteilchens in einer Raumdimension und der Temperatur.
In 3 Dimensionen gilt für die mittlere kinetische Energie eines (klassischen) punktförmigen Teilchens im thermischen Gleichgewicht:
:
Hat das Teilchen f Freiheitsgrade, gilt folgendes:
:
So hat z.B. ein punktförmiges Teilchen 3 Translationsfreiheitsgrade, ein zweiatomiges Molekül hat zusätzlich 2 Rotationsfreiheitsgrade (durch Rotation entlang der 3. Achse ? der Symmetrieachse ? kann keine Energie speichern, da das Trägheitsmoment hier vergleichsweise klein ist). Ein Molekül ohne eine solche Symmetrie hat 3 Rotationsfreiheitsgrade, also insgesamt 6.
Dazu kommen bei ausreichend hohen Temperaturen noch Schwingungen der Bindungen. So hat z.B. Wasser eine extrem hohe Wärmekapazität durch eine große Zahl solcher Schwingungsfreiheitsgrade.
Rolle der Boltzmannkonstante in der statistischen Physik
Allgemeiner tritt die Boltzmann-Konstante in der Wahrscheinlichkeitsdichte beliebiger Systeme der Statistischen_Mechanik im thermischen Gleichgewicht auf: Die thermische Wahrscheinlichkeitsdichte solcher Systeme bei der Thermodynamischen_Temperatur lautet mit einer Normierungskonstanten , wobei die Energiefunktion bezeichnet, also in der Klassischen_Physik die Hamilton-Funktion, in der Quantenphysik den Hamilton-Operator.
Die Normierungskonstante wird auch Zustandssumme genannt. Der Term heißt auch Boltzmann-Faktor.
Rolle der Boltzmannkonstante in der Halbleiterphysik
In Halbleitern besteht eine Abhängigkeit des Stromes durch bzw. der Spannung über einen p-n-Übergang, der mit Hilfe der Temperaturspannung oder beschrieben werden kann:
:
Dabei ist die absolute Temperatur in Kelvin, die Boltzmannkonstante und die Elementarladung. Bei Raumtemperatur (T = 300 K) beträgt der Wert der Temperaturspannung ungefähr 26 mV.
Siehe auch Diode.Anwendungsbereich:
• Strahlungsgesetz]
• Nernst-Gleichung
*Gibbs-Thomson-Effekt
*Johnson-Rauschen
*Rauschzahl
*Desorption
*Rauschtemperatur
*Heißleiter
*(Physik)/'>Fugazität]
•_
• Curie-Konstante
*Debye-Temperatur
*Debye-Länge
*Jeans-Kriterium
*Hawking-Strahlung
*Durchbruchspannung
' target='blank'>Siehe auch
*/'> Kinetische Gastheorie /'> CODATA Internationally recommended values of the Fundamental Physical Constants beim NIST

