Misha Bolourie
Misha Bolourie (1948 in Täbris, Provinz Ost-Aserbaidschan im Iran) ist ein aserbaidschanischer Aktionskünstler, Maler und Lyriker.Bolourie besuchte von 1964 bis 1966 die Kunstschule in Täbris und studierte dann an der Kunsthochschule in Teheran. Hier wurde er für die Untergrundbewegung gegen das Schah-Regime aktiv. Er veröffentlichte anonym revolutionäre Gedichte und las vor Studenten und jungen Schriftstellern. Die Verurteilung und Hinrichtung mehrerer Mitglieder des Widerstandes als Terroristen bildete die Grundelage des Projektes "Wir Terroristen".
1979 reiste Bolourie nach Deutschland aus, wo er in oppositionellen iranischen Zeitschriften politische Artikel publizierte. Zwischen 1982 und 1986 arbeitete er mit behinderten und nicht behinderten Kindern im Hamburger Atelier. 1989 erhielt er ein Stipendium der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur zur Förderung seines Projektes Wir Terroristen. Seit 1995 arbeitete er an dem Lichtprojekt 100.000 Lichter für 100.000 Kinder, die jeden Tag sterben, das im August 1996 auf der Kölner Domplatte aufgeführt wurde. Seit 1998 arbeitete Bolourie an seinem zweiten Lichtprojekt. Am 20. August 2004 wurden im Rahmen des Projektes Eine Million Lichterstadt Berlin rund um die Siegessäule in Berlin von viertausend deutschen und ausländischen Schülern Berliner Schulen eine Million Kerzen entzündet und aufgestellt. Die Aktion wurde von einer Klangkomposition Simon Stockhausens begleitet.
Daneben entstanden kontinuierlich Gemälde- und Skulpturenzyklen wie Hier habe ich die Bürokratie gehängt (1983-2003), Europa (1984-2002), Aus der Stahlzeit (1989-2002) und Ich, meine Welt und meine Umwelt (1990-1991).

