Boll (Hechingen)
)]]Das Dorf Boll ist ein Stadtteil der Zollernstadt Hechingen mit 1189 Einwohnern, erstmals erwähnt im Jahre 1266 in einer Schenkungsurkunde des Grafen Friedrich_von_Zollern.
Geografie
Das Dorf liegt unmittelbar unterhalb des Albtraufs, also des nördlichen Steilabfalls der Schwäbischen_Alb. Es liegt am nordöstlichen Fuße des Zollers (855 m ü. NN.) mit der Burg Hohenzollern, unterhalb des Zeller Horns (912 m ü. NN.) und des Raichbergs (956 m ü.NN.) auf einer Höhe von 550 m ü. NN.
Geschichte
Urkundlich tauchte der Name des Dorfes erstmalig in einem Vertrag des Klosters_Zwiefalten im Jahre 1266 auf, wesentlich später als die meisten anderen Orte der Grafschaft_Zollern (Hechingen beispielsweise 786 in einer Urkunde des Klosters_St. Gallen).
In der Mitte des 14. Jahrhunderts verkaufte der Ortsadel, die Herren von Boll, seine Besitzungen und Rechte in Boll. In der Zeit des Niedergangs der Grafschaft Hohenzollern von 1415 bis 1429 war das Dorf an Württemberg verpfändet. Im Bickelspergschen Lagerbuch von 1435, das eine genaue Beschreibung des Besitzes und der daraus ableitenden Rechte der Zollerngrafen enthält, erscheint der weitaus größte Teil des Ortes jedoch wieder im Besitz der Hohenzollern.
Im 16. Jahrhundert gehörte Boll zum Amt Stetten. 1544 lebten in Boll rund 170 Personen in 35 Familien. Die Nähe zur Burg Hohenzollern brachte dabei keineswegs immer Vorteile. Besonders im Dreißigjährigen_Krieg zogen die Belagerungen der Burg Hohenzollern auch das Dorf am Fuße des Berges in Mitleidenschaft: plündernde Soldaten und Requirierungen waren an der Tagesordnung. Das ging auch an der Bevölkerungszahl nicht spurlos vorüber. Im 18. Jahrhundert dürfte der in ziemlicher Armut darbende Ort kaum mehr als 40 Einwohner gehabt haben. Eine deutliche Verbesserung für die gesamte Infrastruktur brachte der 1838 fertig gestellte Fahrweg nach Hechingen. Zuvor hatte es nur einen Fußweg gegeben. Der wirkliche Fortschritt hielt aber erst nach dem Übergang an Preußen 1850 Einzug: er brachte weit reichende finanzielle und wirtschaftliche Verbesserungen, die auch an der stetig wachsenden Bevölkerungszahl abzulesen waren. 1880 hatte Boll so bereits 682 Einwohner.

