Boizenburger Stadt- und Hafenbahn
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Die Boizenburger Stadt- und Hafenbahn (BSHB) eröffnete ihren Betrieb am 1. September 1890. Sie gehörte zunächst einer Aktiengesellschaft, an der zu 50% die Bahnbaugesellschaft Lenz & Co. beteiligt war, die auch den Betrieb führte. Die weiteren 50% der Aktien hielt die Stadt Boizenburg in Mecklenburg nebst drei Privatleuten.
Die 3 km lange normalspurige Strecke führte vom Staatsbahnhof an der 1846 eröffneten Berlin-Hamburger_Eisenbahn zum Stadtbahnhof und für den Güterverkehr weiter zum Hafen an der Elbe. Im Jahre 1925 erwarb die Stadt sämtliche Aktien und löste die AG auf. Sie führte nun die Bahn als städtischen Eigenbetrieb und setzte auch Omnibusse ein.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bahn der Hauptverwaltung der Eisenbahnen im Lande Mecklenburg-Vorpommern und ab 1949 der Deutschen Reichsbahn unterstellt. Nach der Schließung des Elbhafens in den sechziger Jahren ging das Verkehrsaufkommen erheblich zurück. Die Personenbeförderung wurde ab 28. Mai 1967 ausschließlich von Omnibussen übernommen; für den restlichen Güterverkehr blieb die Strecke als Rangiergleis noch einige Zeit in Betrieb.
Die Bahn war keine Kleinbahn nach preußischem Recht, zumal das Kleinbahngesetz 1890 noch nicht existierte. Sie wird aber in der Literatur - wie auch andere Bahnen in Mecklenburg - als Kleinbahn behandelt.

