Bohrhaken
Unter der Bezeichnung Bohrhaken versteht man im Zusammenhang mit dem Bergsteigen einen Sicherungspunkt, der einerseits zum Einhängen des Sicherungsseiles während des Kletterns verwendet wird und andererseits als Fixpunkt, um seinen Kletterpartner und sich selbst sichern zu können.Prinzipiell gibt es zwei Kategorien von Bohrhaken:
*Expansionsbohrhaken
*Klebebohrhaken
Expansionsbohrhaken
Für ihre Anbringung wird mittels einer Akkubohrmaschine ein 10-12ø mm Loch in den Fels gebohrt, in das dann ein Expansionsanker eingeschlagen wird. In diesen Gewindeanker wird der Bohrhaken eingeschraubt, wobei sich der Anker wie ein Dübel verkeilt.
Klebebohrhaken
Der sogenannte Klebebohrhaken wird mittels Zwei-Komponenten-Kleber in ein um ca. ein bis zwei mm größeres Bohrloch versetzt. Das dafür notwendige Bohrloch wird mit Hilfe von elektrischen oder benzinbetriebenen Schlagbohrmaschinen (meist Akku-Schlagbohrmaschinen) hergestellt. Die Bohrtiefe beträgt im Normalfall zwischen 5 und 20 cm. Der sog. "Bühlerhaken" stellt den ersten auf diese Weise versetzten Haken dar. Er wurde von Otto Bühler
erfunden und hat sich in seiner Grundform seither kaum bis gar nicht verändert.
Kontroverse um Bohrhaken
Bereits seit seiner Entwicklung wird um die kletterethische Zulässigkeit des Bohrhakeneinsatzes gestritten. Nach modernem Verständnis dürfen Bohrhaken bei der Erschließung neuer Routen nicht als Fortbewegungshilfe genutzt werden. Bohrhaken sollen in diesen Fällen außerdem im Vorstieg gesetzt werden.
Viele bekannte Bergsteiger, darunter Reinhold Messner, lehnen den Einsatz von Bohrhaken als "Mord am Unmöglichen" vollständig ab. Danach soll nur der Einsatz so genannter mobiler Sicherungsmittel (Klemmkeil, Friend etc.) zulässig sein. Die Absicherung mit mobilen Sicherungsmitteln hat insbesondere Großbritannien Tradition.

