Bohemund IV. (Antiochia)
Bohemund IV. von Antiochia genannt der Einäugige (le Borgne) (? März 1233) war Fürst_von_Antiochia von 1201 bis 1205, von 1208 bis 1216 und erneut von 1219 bis zu seinem Tod. Seit 1187 war er Graf_von_Tripolis. Bohemund IV. war der Sohn von Bohemund_III. und seiner zweiten Ehefrau Orguilleuse.Seine erste Regierungszeit war von dynastischen Konflikten geprägt. Bohemund III. hatte einen Enkel, Raimund_Ruben, Sohn seines ältesten Sohnes Raimund und der armenischen Prinzessin Alice, den viele als legitimen Erben ansahen. Obwohl Raimund Ruben von der Thronfolge ausgeschlossen war, verlor Bohemund IV. 1216 das Fürstentum an seinen Neffen, der von seinem Onkel Leo_II., dem König_von_Kleinarmenien unterstützt wurde.
Bohemund hatte sich als unzuverlässiger Verbündeter erwiesen, der seine Treueschwüre dort platzierte, wo es ihm im Interesse des Fürstentums am günstigsten erschien. Ein Beispiel dafür war die Desertion der Truppen Kaiser Friedrichs_II. während des Sechsten_Kreuzzugs von 1228/1229. Bohemund war darüber hinaus ein erbitterter Gegner des Johanniterordens, weswegen er 1230 von Papst Gregor IX. exkommuniziert wurde.
Bohemund heiratete vor dem 21. August 1198 in erster Ehe Plaisance de Gibelet, eine Tochter von Hugo III. Embriaco, Herr_von_Gibelet, ? 1217. Das Paar hatte sechs Kinder:
* Raimund, * um 1195, ? ermordet Ende 1213 in Tortosa, Bailli von Antiochia
Bohemund_V., ? Januar 1252, der sein Nachfolger wurde.
Philipp von Antiochia, ? vergiftet im Gefängnis 1226, König von Armenien, der Isabella_von_Armenien heiratete,
* Maria, die vermutlich 1220 Thoros von Kleinarmenien heiratete
* Orgueilleuse, ? klein
Heinrich von Antiochia, ? im Meer ertrunken 27. Juni 1276, der Isabella von Zypern heiratete und der Vater des Königs Hugo_III._von_Zypern (Hugo I. von Jerusalem) wurde
In zweiter Ehe heiratete er im Januar 1218 Melusine von Jerusalem, die Tochter von Amalrich_I., König von Zypern und (als Amalrich II.) König von Jerusalem. Mit ihr hatte er eine Tochter, Maria, ? nach 10. Dezember 1307, die 1269/77, nach dem Tod Konradins, den Titel einer Königin von Jerusalem trug und ihn 1277 an Karl von Anjou verkaufte. Eine weitere Tochter, Helvis, ist unsicher.
Literatur
Steven Runciman: Geschichte der Kreuzzüge. München 2001. ISBN 3-423-30175-9

