Bogenführung
Als Bogenführung oder Bogenstrich bzw. einfach nur Strich (franz. Coup d'archet) bezeichnet man die Handhabung des Bogens der Streichinstrumente, gewöhnlich mit der rechten Hand, die für das Spiel von ebenso großer Bedeutung ist wie die Applikatur, also die Tätigkeit der anderen Hand, welche die Saiten verkürzt (greift).Die Reinheit des Tons beziehungsweise die Tonhöhe hängt von der Applikatur ab, alles andere aber von der Bogenführung, nämlich Weichheit oder Härte des Tons, Ausdruck, Vortragsart (Staccato, Legato usw.).
Solange der Bogen die Saiten nicht verlässt, erscheint das Spiel gebunden (legato), auch beim Bogenwechsel; verschiedene Arten des nicht gebundenen Vortrags sind das durch selbständiges An- und Absetzen jedes Tons bei bleibender oder stets wechselnder Bogenführung entstehende eigentliche Staccato, ferner das Spiel mit springendem Bogen (saltato) und das durch loseste Bogenführung bewirkte Virtuosenstaccato (Pikieren).
Man unterscheidet bei der Bogenführung den Herunterstrich oder Herstrich und den Hinaufstrich oder Hinstrich.
In einzelnen Orchestern wird darauf geachtet, dass auch bei Konzertaufführungen sämtliche Geiger derselben Partie (erste, bzw. zweite Violinen) mit gleichen Strichen spielen; dann müssen natürlich die Bogenstriche genau in die Stimmen eingezeichnet sein. Gewöhnlich wird der Wechsel der Bogenführung nur durch über die Noten gezeichnete Bogen angedeutet.

