Bohdan Chmelnyzkyj
Bohdan Chmelnyzkyj (ukrainisch / , wiss. Transliteration , polnisch Bohdan Chmielnicki; 1595 vermutlich in Schowkwa, ? 6. August 1657 in Tschyhyryn) war ein ukrainischer Kosakenhetman und der Gründer des ersten Kosakenstaates.Leben
Chmelnyzkyj war der Sohn eines kleinadligen polnischen Unterstarosten und einer Kosakenfrau. Er wurde wahrscheinlich in Schowkwa (poln.?ó?kiew) bei Lemberg geboren. Seine Ausbildung erhielt er in einem Jesuitenkolleg in Tschyhyryn. Im Jahr 1620 nahm er am Feldzug des Hetman_der_Krone Zólkiewski gegen die Türken teil und geriet in deren Gefangenschaft. Nach seinem Loskauf machte er Karriere im Kosakenheer; als später die Kosaken von der polnischen Regierung viele Rechte aberkannt bekamen, verhielt er sich dieser gegenüber loyal und führte ein ruhiges Familienleben auf seinem Gut bei Tschyhyryn. Erst ab 1646, verursacht durch Rechtsstreitigkeiten, die ihn persönlich betrafen und ihm seine Rechtlosigkeit vor Augen führten, verließ er sein Gut und seine Familie und begann den Kampf gegen Polen. Für die ukrainischen Kosaken war er ein Held im Kampf um Kosakenrechte. In diesem Kampf handelte es sich um die juristische Anerkennung der traditionellen Rechte der Kosaken, darunter Steuerfreiheit und Erhalt der paramilitärischen Strukturen. 1648 und 1649 besiegte Chmelnyzkyj ein polnisches Heer. 1648 wandte er sich an den russischen Zaren Alexei_I. und bat ihn darum, den ukrainischen Kosakenstaat unter russische Herrschaft zu stellen. 1654 musste dies der Semski Sobor genehmigen. Er erreichte, dass die Rada von Perejaslawl am 8. Januar 1654 den Beschluss fasste.
Allerdings war er auch für antisemitische Übergriffe berüchtigt. Während der Kämpfe sollen Pogrome über 100.000 polnischen Juden das Leben gekostet haben.
Dies belastet das Verhältnis von Juden und Kosaken zueinander bis heute.
In der Regierungszeit des Ukrainers Nikita Chruschtschow wurde die Krim 1954 unter Bruch sowjetischer Gesetze an die Ukraine übergeben. Der Anlass dazu war das 300-jährige Jubiläum der Rada von Perejaslaw von 1654 und der Vereinigung der Ukraine mit Russland. Die Feier wurde ganz stark in Medien präsent. Aus demselben Grund wurde die ukrainische Stadt Proskuriw 1954 in Chmelnyzkyj umbenannt.
Ihm zu Ehren wurde am 10. Oktober 1943 der Bogdan-Chmelnizki-Orden geschaffen.
In Russland und Sowjetunion wurde Chmielnicki ganz stark konjunkturell behandelt, davon zeugen die Feier oder während des Krieges gestiftete Medaille. Gleichzeitig zerstörte man die alten Überreste der kosakischen Kultur, u.a. die Burganlage auf der Insel Chortyca (auch unter Stalin gegründete Institute für primitive Kultur).
Siehe auch: Geschichte der Ukraine; Nebenartikel: Hetmanat
Weblinks
• Eine kurze Geschichte der Ukraine
• Artikel über den Kosakenaufstand

