Bodengesellschaft
Eine Bodengesellschaft ist die Zusammenfassung regional assoziierter Böden auf unterschiedlichem Gruppierungsniveau, je nach Größe des betrachteten Landschaftsraumes und in Abhängigkeit von der Variation der Faktoren der Pedogenese Diedrich Schroeder und Winfried E. H. Blum: Bodenkunde in Stichworten. 5., rev. und erw. Aufl., Hirt, Berlin (u.a.) 1992, ISBN 3-443-03103-X.Begriff
Die Bodengesellschaft dient dem Zweck der Darstellung, z.B. auf kleinmaßstäblichen Karten Peter Meusberger (Hrsg.): Lexikon der Geographie: in vier Bänden. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin 2001, Bd. 1 A. bis Gasg. - 2001, Stichwort ?Bodengesellschaft?, S. 190, ISBN 3-8274-0300-6.
Es findet sich eine andere Definition, nach der die Bodengesellschaft eine ?typische Kombination von Bodentypen, die in einer (Boden-) Landschaft miteinander verknüpft sind? sei Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg: Bodendauerbeobachtung in Baden-Württemberg : Schwermetalle, Arsen, Organochlorverbindungen. Stand: Frühjahr 1993, erste Ausgabe, unveränderter Nachdruck, Landesanstalt für Umweltschutz, Karlsruhe 1995, keine ISBN, [http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de/bofaweb/berichte/mzb02/mzb020031.html]
. Man hört gelegentlich von Bodengesellschaftskarten, die Anwendung der Kriterien auf einen gegebenen Datenbestand kann man Vergesellschaftung nennen, ebenso findet das Adjektiv ?vergesellschaftet?
[http://www.bgr.de/app/FISBoBGR_MapServer/docs/help_bk1_v2.html] Bodenkundlicher Kartenserver der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Anwendung.
In der Kartografie nennt man die die sinnvolle Reduktion der Informationen entsprechend dem Kartenmaßstab Generalisierung. Die auf einer Karte verwendeten Farben werden normalerweise in einer Legende angegeben. Der Wortbestandteil Gesellschaft darf nicht mit der Bedeutung der Soziologie, im Wirtschafts- oder Rechtswesen oder in der Umgangssprache verstanden werden, steht hier vielmehr für Gruppe oder Einheit. Wissenschaftssprachlich handelt es sich um eine Aggregation.
Beispiele
Beispiele für Bodengesellschaften in Baden-Württemberg finden sich in dem
* Bodenzustandsbericht Großraum Stuttgart, Stand: November 1999, [http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de/bofaweb/berichte/lfus06/lfus060007.html#Index20_ Bodenzustandsbericht Großraum Stuttgart]
* Bodenzustandsbericht Karlsruhe 1995, [http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de/bofaweb/berichte/lfus01/lfus010012.html#Index4_ Bodenzustandsbericht Karlsruhe]
* Bodenzustandsbericht Kehl 1995, [http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de/bofaweb/berichte/lfus02/lfus020013.html#Index4_ Bodenzustandsbericht Kehl]
* Bodenzustandsbericht Großraum Mannheim/Heidelberg, Stand: 1998, und dem [http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de/bofaweb/berichte/lfus04/lfus040009.html#Index37_ Bodenzustandsbericht Großraum Mannheim/Heidelberg]
* Bodenzustandsbericht Pforzheim 1995 [http://www.xfaweb.baden-wuerttemberg.de/bofaweb/berichte/lfus03/lfus030013.html#Index5_ Bodenzustandsbericht Pforzheim]
(Herausgeber: Umweltministerium Baden-Württemberg, 70182 Stuttgart).
Im Umweltinformationssystem UIS aus Baden-Württemberg finden sich weitere Beispiele mit Illustrationen
[http://www.themenpark-umwelt.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/10415/?partId=4&part=12109&page=faq&btID=2]
Bodengesellschaften im Gebiet des Oberen Muschelkalks (Heckengäu) im Themenpark Umwelt des UIS. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlins hat, im Internet im Jahre 2006 offen einsehbar, im Digitalen Umweltatlas Berlin (Ausgabe 1998) einige ausgewählte Bodengesellschaften beschrieben. Es handelt sich um Definitionen, und es werden Kürzel wie ?BG 1? oder ?BG 6? zugewiesen. [http://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/d101_01.htm] und fortfolgende, Digitaler Umweltatlas Berlin, Ausgabe 1998
Erläuterung
Am Beispiel von Kehl, 1995, Nördlich Kinzig könnte eine Bodengesellschaft, sprachlich umschrieben, sein: ?Lehmig bis tonig-lehmige Auengleye und Braune Auenböden?. Diese werden, gegebenenfalls unter Nutzung von Bodeninformationssystemen, aus traditionellen (pedogenetischen), praktischen oder wissenschaftlichen (bodenkundlichen) Gründen - unter Umständen in Hinblick auf eine gegebene Fragestellung - gemeinsam angesprochen, also zum Beispiel visualisiert, diskutiert oder analysiert, d. h. gemeinsam betrachtet.
Modern
Es ist allerdings möglich, dass der Begriff durch die Möglichkeiten der Satellitenfernerkundung und moderne Kapazitäten in der elektronischen Datenverarbeitung nicht mehr von demselben Gewicht ist wie noch 1980, und mit Sicherheit seine Bedeutung gewandelt hat. Generell wird man beim Entwurf solcher Systeme heute Wert auf höchstmögliche Flexibilität und Wiederverwendbarkeit legen (siehe auch: Geoinformatik oder noch allgemeiner: Datenbank).
Am Rande sei angemerkt, dass es in der Informatik Techniken der Mustererkennung gibt, die aus Bildern (zweidimensionalen Arrays von Pixeln, siehe auch: Rasterdaten) versucht, Objekte zu gewinnen (Vektorgrafiken oder Vektordaten)
[http://www.hlug.de/medien/boden/fisbo/dbg/events/jena2005/beitr/moeller.pdf] Markus Möller: Präsentation ?Automatisierte Reliefgliederung auf der Grundlage multihierarchischer Objektstrukturen? von dem unten genannten Workshop. Auf Seite 6 findet sich eine aussagekräftige Bilderserie. Dies ist, in letzter Konsequenz, der Unterschied zwischen Daten und Information.
Notizen und Referenzen
Siehe auch
Bodenkunde
Bodenart
Bodenkartierung
Bodenkarte
Bodenkundliche_Kartieranleitung
Bodenklassifikation
World Reference Base
Bodensystematik
Relief_(Geologie)
Weblinks und Literatur
• Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft (DBG), Oldenburg
• Arbeitskreis Bodensystematik der DBG
Diese Webseite nennt (abgerufen am 2. Oktober 2006) folgende Literaturhinweise:
# Schmidt, R. (1999): Klassifikation von Bodengesellschaften. In: Handbuch der Bodenkunde. Hrsg. H. P. Blume et al. Kap. 3.4.3
# Schmidt, R. (1997): Grundsätze der Bodenvergesellschaftung. In: Handbuch der Bodenkunde. Hrsg. H. P. Blume et al., Kap. 3.4.1
* Blume, Hans-Peter (Hrsg.) und Felix-Henningsen, P. (Hrsg.): Handbuch der Bodenkunde. Grundwerk, Loseblatt-Ausgabe, Ecomed-Verlag, Landsberg/Lech 1996-, ISBN 3-609-72210-X
Die Arbeitsgruppe ?Informationssysteme in der Bodenkunde? der DBG am Institut für Geographie der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat am 15. und 16. März 2005 einen Workshop unter dem
Titel ?Methoden zur Datenaggregierung und -regionalisierung in der Bodenkunde, der Bodengeographie und in Nachbardisziplinen? abgehalten. Die Dokumente finden sich (2. Oktober 2006) unter der nächstgenannten Internet-Adresse.
• Workshop ?Methoden zur Datenaggregierung und -regionalisierung in der Bodenkunde, der Bodengeographie und in Nachbardisziplinen?
* Diplom-Geograph Uwe Meer: Methoden zur Beurteilung der Heterogenität und Disaggregierungsverfahren zur Verbesserung des Aussagegehaltes von Bodenbasisdaten. Dissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.), Universität Hannover, Naturwissenschaftliche Fakultät, 2006
[http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=97975514x Online-Ressource, Archivserver der Deutschen Nationalbibliothek]
* Claudius Mott: Objektorientierte Klassifikationsstrategien zur Erfassung der Landnutzung aus hochauflösenden Fernerkundungsdaten. Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.), Technische Universität München, Fakultät Wissenschaftszentrum Weihenstephan, 2005
[http://deposit.d-nb.de/cgi-bin/dokserv?idn=97890527x Online-Ressource, Archivserver der Deutschen Nationalbibliothek]
siehe hierzu auch: Agrarwissenschaft
* Dr. Alexander Stahr V. i. S. d. P.: Coole Clique oder: Bodengesellschaften. Lesestein.de-Agentur für Mediendienstleistungen
[http://www.ahabc.de/gesellschaften/gesellschaften.html Online-Ressource]

