Blutbad von Atocha
Das sogenannte Blutbad von Atocha von 1977, bezeichnet ein Attentat, das am 24. Januar 1977 durch eine faschistische Terrorgruppierung in der Calle de Atocha in Madrid nahe dem Bahnhof Atocha durchgeführt wurde.
Das Kommando der Alianza Apostólica Anticomunista stürmte die Arbeitsräume einer Gruppe von Anwälten, die der Gewerkschaft Comisiones Obreras (CC.OO.) angehörten, und eröffnete auf die dort Anwesenden das Feuer. Fünf Menschen starben und weitere vier wurden angeschossen.
Die Gewerkschaft CC.OO. stand der Kommunistischen_Partei_Spaniens nahe, die damals, in den Folgejahren des Franquismus, noch immer verboten war. In der spanischen Gesellschaft herrschte zu dieser Zeit eine große Unruhe: Terrororganisationen verschiedener politischer Richtungen hatten eine Vielzahl von Morden durchgeführt (z.B. die GRAPO und die ETA), große Streiks und Demonstrationen fanden statt.
Die Täter von Atocha vertrauten darauf, dass die Sicherheitskräfte mit ihnen sympathisierten, aber die Regierung forderte, um die Situation zu beruhigen, eine entschlossene Suche nach den Attentätern. Mehrere Personen wurden verhaftet und zu insgesamt über 450 Jahren Haft verurteilt. Die Angeklagten präsentierten sich beim Prozess mit blauen Hemden (der Uniform der Falange) und viele Prozessbeobachter erschienen aus Ehrerkundung gegenüber den Angeklagten ebenfalls uniformiert zum Gerichtsverfahren.
Am 30. Juni 1977 fanden die ersten spanischen Parlamentswahlen nach der Franco-Diktatur statt. Die Sozialistische und die Kommunistische Partei wurden kurz zuvor legalisiert und nahmen daran teil.

