Blut-und-Boden-Ideologie
Die Blut-und-Boden-Ideologie betrachtet die Abstammung (das "Blut") und den Boden (um ihm mittels Landwirtschaft die Nahrung zu entziehen sowie als Lebensraum), und somit gleichsam das Bauerntum alter Abstammung als die wesentliche Lebensgrundlage. Sie entstand aus dem Rassismus und dem Nationalismus des späten 19. Jahrhunderts und war zentraler Bestandteil der nationalsozialistischen Ideologie.Kritiker dieser Ideologie sehen in der Blut-und-Boden-Ideologie eine kriegstreibende Erhebung der (eigenen) Rasse (Blut) zur Legitimation für eine Nation, sich auszudehnen und den Bestand des eigenen Volkes durch die Vernichtung anderer Völker und durch die Aneignung fremden Bodens zu garantieren.
Herkunft
Nachweisbar als Begriffspaar ist Blut und Boden bereits in dem 1922 erschienen Werk Der Untergang des Abendlandes von Oswald Spengler, in dem vom ?Kampf zwischen Blut und Boden um die innere Form einer verpflanzten Tier- und Menschenart? gesprochen wird. Das Bild wurde dann von August Winnig übernommen, dessen Schrift Befreiung aus dem Jahr 1926 wie auch sein Buch Das Reich als Republik (1928) jeweils mit dem Satz: ?Blut und Boden sind das Schicksal der Völker (Menschen)? beginnen.
Erst durch Walther Darré, Mitglied der Artamanen, der seiner 1930 erschienen Schrift den Titel Neuadel aus Blut und Boden gab, wurde die prägnante Formel zu einem Zentralbegriff der NS-Ideologie, der eine spezifische Abhängigkeit zwischen rasse-, wirtschafts- und agrarpolitischen Vorstellungen zu beweisen versucht.
Verwendung
{{Zitat/'>Wir wollen das Blut und den Boden wieder zur Grundlage einer Deutschen Agrarpolitik machen|Darré| aus der von ihm herausgegebenen Monatsschrift Herbert_Böhme, Heinrich Anacker, Herybert Menzel, Josefa Berens-Totenohl u.a.
Siehe auch
• im Osten]
• ohne Raum]
• und Hoden] (phonologisches Wortspiel)
Literatur
Götz Aly, Susanne Heim: Vordenker der Vernichtung ? Auschwitz und die deutschen Pläne für eine neue europäische Ordnung''. Fischer, Frankfurt a. M., 1993, ISBN 3-596-11268-0

