Blut (Lebensmittel)
Blut gehört neben Muskelfleisch und einigen Innereien zu den nahrhaftesten Bestandteilen von Schlachttieren. Neben einem im Vergleich zu Fleisch nur geringfügig höheren Anteil von Wasser enthält es 18 Prozent Eiweiß und 2 Prozent weitere Stoffe, darunter besonders Eisen.Als Lebensmittel diente Blut mit Sicherheit bereits bei urzeitlichen Jäger- und Sammlervölkern, vermutlich ähnlich wie bei solchen heute noch bestehenden Gesellschaften, in denen das frische Blut und die besonders schnell verderbliche rohe Leber den Jägern gleich nach dem Töten des Tiers als Nahrung dient. Zu den ursprünglichsten Kochtechniken nach dem Grillen gehört das Kochen in Tiermägen, -därmen und -häuten über dem offenen Feuer ? eine Vorform der Wurst, bei der neben Fleisch- und Fettresten, Innereien und dem vergorenen Mageninhalt von Wiederkäuern auch das Blut Verwendung finden konnte. Bis heute bekannte Nachfahren solcher Gerichte sind z. B. roter Presskopf und Blutwurst allgemein. Eine archaische Form des Blutverzehrs ist bis heute von Nomadenvölkern wie den Massai bekannt: das Anzapfen von Rindern, Pferden oder Kamelen, deren Blut dann direkt oder mit deren Milch vermischt getrunken wird. Dabei wird nur soviel Blut entnommen, dass die Tiere nicht ernstlich geschwächt werden.
Da Blut im Kontakt mit Luft nach kürzester Zeit zu gerinnen beginnt, muss es, falls es nicht sofort getrunken wird, geschlagen werden, was die Gerinnung verzögert. Verarbeitet wird es heute vor allem zu Würsten und ähnlichem, meist mit Speck vermischt und kräftig mit Kräutern gewürzt. Traditionell ist es auch Bestandteil von salzigen Puddings, Suppen oder Pommerschen_Tollatschen und dient auch zur Bindung von Saucen, vor allem von Wildgerichten wie z. B. Hasenpfeffer.
In Judentum und Islam ist der Verzehr von Blut streng untersagt, weshalb dort das Schächten vorgeschrieben ist, also das Töten des Tieres durch Durchtrennung der Halsschlagadern, was das Tier durch eigene Herztätigkeit weitgehend ausbluten lässt. Hintergrund für dieses Verbot ist vermutlich der besonders schnelle Verderb von nicht ausgeblutetem Fleisch in warmem Klima und die damit einhergehende Gesundheitsgefährdung.

