Bloodhound (Rakete)
Die Bloodhound war eine radargesteuerte Langstrecken-Boden-Luft-Lenkwaffe aus britischer Produktion. Sie wurde zur Bekämpfung von hoch- und schnellfliegenden Bombern konzipiert. Das System war allwettertauglich.
Technik und Einsatz
Der Antrieb der Lenkwaffe basierte auf einer Kombination von Feststoffmotor, bestehend aus vier Feststoffboostern sowie zwei Staustrahlmarschtriebwerken (Ramjet). Die Feststoffbooster beschleunigten die Lenkwaffe innerhalb von 4,5 Sekunden auf eine Geschwindigkeit von Mach 2. Nach 4-8 Sekunden wurden die Booster abgeworfen und das Staustrahlmarschtriebwerk zündete. Das Marschtriebwerk beschleunigte nun die Lenkwaffe auf rund Mach 2,6. Die maximale Schussdistanz lag bei über 160 km. Die Lenkwaffe konnte in einem Höhenbereich von 300-24.500 m eingesetzt werden.
Die Lenkwaffensteuerung erfolgt mittels Radar. Das Ziel wurde vom Feuerleitradar der Lenkwaffenbasis markiert, die Rakete fand durch die reflektierte Radarenergie ins Ziel. Die Rakete flog also auf das vom Boden beleuchtete Ziel und hatte selbst kein aktives Radar. Die Lenkwaffe wurde an einen angenommenen bzw. berechneten Treffpunkt verschossen. Allfällige Kursänderungen wurden durch das Feuerleitradar ermittelt und an die Lenkwaffe gesendet. Kam ein Flugziel in den Ansprechradius des Näherungszünders, wurde der 150 kg schwere [http://en.wikipedia.org/wiki/Continuous-rod_warhead Continuous Rod] Sprengkopf gezündet. Dieser hatte eine effektiven Wirkungsradius von 60-80 m (je nach Zielgröße).
Varianten
*Bloodhound Mk.1: Erste halbmobile Version zum Schutz von britischen Bomberbasen. Reichweite 60 km.
*Bloodhound Mk.2: Standard- und Exportversion. Reichweite 160 km.
*Bloodhound Mk.3: Version zur Raketenabwehr mit 6 kT Nuklearsprengkopf. Entwicklung eingestellt. Reichweite über 200 km.
*Bloodhound Mk.4: Mobile Version. Entwicklung eingestellt. Reichweite 120 km.
Bloodhound international
Das System wurde von folgenden Ländern eingesetzt: Australien, Großbritannien, Schweden, Singapur und in der Schweiz.
Bloodhound in der Schweiz
Die Schweiz plante die Beschaffung 1961 und führte das Bloodhound System ab 1964 in der Armee ein. Die schweizer Bezeichnung lautet BL-64. Die sechs fest installierten Bloodhound-Stellungen waren über die Schweiz verteilt und konnten so den gesamten Luftraum über der Schweiz abdecken. Das System und die dazugehörige Infrastruktur wurden bis 1999 immer wieder modernisiert. Das System wurde 2001 definitiv ausgemustert.
Eine BL-64 Stellung bestand in der Schweiz aus 1 oder 2 Batterien mit je 8 oder 16 Lenkwaffenwerfern. Dazu kamen je Batterie ein Feuerleitradar, eine Einsatzzentrale und diverse Magazine oder Kavernen. Um die Autonomie der Stellung zu gewährleisten, wurden der Stellung weitere Infrastruktur zugeteilt, so z.B. Stromversorgung, Übermittlungseinrichtungen (Richtstrahl, Telefonzentrale), sowie Mannschaftsunterkünfte, Küche und Verpflegungsmagazine.
Stellungen:
• Menzingen]]' target='blank'>im ]: 2 Batterien mit total 16 Lenkwaffenwerfern ([[MHSZ|ist heute ein Museum)
• Torny' target='blank'>le Grand] im ' target='blank'>im Kanton_Aargau]:_2_Batterien_mit_total_16_Lenkwaffenwerfern
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• Emmen' target='blank'>im ]: 1 Schulungsbatterie mit 4 Lenkwaffenwerfern
• im Kanton_Solothurn]:_1_Batterie_mit_8_Lenkwaffenwerfern
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• Schmidrüti' target='blank'>im British Aircraft Corporation.
Im Jahre 1960 erfolgte die Fusion der Bristol Aircraft (und anderen Firmen) zur British Aircraft Corporation (BAC).
Technische Daten
Quellen
* Land-Based Air Defence Edition 1998 Jane's Verlag
* Brasseys All the World Air-Defense Systems Brassey Verlag 1989
* Das Boden- Luft Lenkwaffensystem Bloodhound von, DTIG - Defense Threat Informations Group, April 2003
Weblinks
• www.radarpages.co.uk
• www.skomer.u-net.com
• Bloodhound / Lenkwaffenstellung BL-64-ZG
• Lenkwaffenstellung auf dem Gubel
• Militärhistorische Stiftung des Kantons Zug
• 3 Stellungen aus der Luft. Anklicken: Raketen=> Bloodhound

