Blonay
Blonay ist eine politische Gemeinde im Distrikt Vevey des Kantons Waadt in der Schweiz.
Geographie
Blonay liegt auf , 4 km östlich des Bezirkshauptortes Moléson und Rochers de Naye. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 17 % auf Siedlungen, 45 % auf Wald und Gehölze, 35 % auf Landwirtschaft und etwas mehr als 3 % war unproduktives Land.
Zu Blonay (mit den Quartieren Tercier und Cojonnex) gehören auch die Siedlungen Tusinge () und Les Chevalleyres () oberhalb des Dorfes, Ondallaz () und Lally () am Süd- und Südosthang der Pléiades sowie zahlreiche Einzelhöfe, Alpsiedlungen und Ferienhäuser. Nachbargemeinden von Blonay sind Landwirtschaft geprägtes Dorf. Mit der verbesserten Verkehrsanbindung durch die Bahnlinie Vevey-Blonay-Chamby (1902) begann die wirtschaftliche und touristische Entwicklung.
Heute hat die Landwirtschaft mit Ackerbau, Obstbau und Weinbau in den tieferen Lagen sowie mit Milchwirtschaft und Viehzucht in den oberen Gemeindeteilen nur noch einen untergeordneten Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. An den optimal besonnten Südhängen unterhalb von Blonay wird auf rund 50 ha Weinbau betrieben. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und vor allem im Dienstleistungssektor vorhanden. Das Gewerbe von Blonay ist neben den Gütern des täglichen Bedarfs auch auf den Tourismus ausgerichtet. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf dank seiner attraktiven Lage (mit Blick zu den Alpen und über den Genfersee bis zum Jura) zu einer Wohngemeinde entwickelt. Zahlreiche Erwerbstätige sind Wegpendler, die in der Region Vevey-Montreux, teilweise auch in Lausanne arbeiten.
Tourismus
Blonay mit seinem Schloss, dem Aussichtspunkt Les Pléiades und der Museumseisenbahn ist ein beliebtes Ziel für Tagestourismus. Im Winter wird am Hang der Pléiades Ski- und Langlauf betrieben.
Verkehr
Die Gemeinde ist verkehrstechnisch sehr gut erschlossen und sowohl von Vevey als auch von Montreux leicht erreichbar. Die nächsten Autobahnanschlüsse an die 1970 eröffnete A9 (Lausanne-Sion), welche das Gemeindegebiet durchquert, befinden sich bei Vevey (im Westen) und bei Montreux (im Osten), jeweils rund 2 km vom Ortskern entfernt.
Am 1. Oktober 1902 wurde die Schmalspurbahnlinie Vevey-Blonay-Chamby mit mehreren Haltestellen im Dorf eingeweiht. Der Abschnitt von Blonay nach Chamby wurde 1960 aufgehoben, 1968 als Museumseisenbahn jedoch wiedereröffnet. Die Zahnradbahn Blonay-Les Pléiades wurde am 8. Juli 1911 in Betrieb genommen. Durch eine Autobuslinie ist Blonay mit Clarens (bei Montreux) verbunden. Von 1911 bis 1955 war von Clarens via Chailly nach Blonay eine Trambahn in Betrieb.
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte bereits im Jahr 861 unter dem Namen Blodennaco. Später erschienen zahlreiche weitere Bezeichnungen: Bloniacum (1090), Bloniaco (1108), erstmals Blonay (1142), Blenai (1147), Blanay und Blanoi (1163), Bleniacum (1176), Blonacho (1177), Blunais (1215), Blunai (1236), Blunaium (1250) und Blognay (1330). Der Ortsname ist wahrscheinlich vom gallorömischen Personennamen Blanius abgeleitet.
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Blonay war seit dem 11. Jahrhundert Mittelpunkt einer bedeutenden Herrschaft, zu der auch Saint-Légier-La Chiésaz, Vevey und Corsier gehörten. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurden die Herren von Blonay Vasallen des Hauses Savoyen. Sie bekleideten fortan unter savoyischer Oberherrschaft einflussreiche Ämter in der Waadt. Herrschaft und das Schloss waren stets im Besitz der Herren von Blonay. Erst 1750 mussten sie wegen finanzieller Schwierigkeiten verkaufen. Das Schloss wurde jedoch 1806 von einem Nachkommen der Linie Blonay zurückgekauft.
Der Bischof von Lausanne schenkte die Kirche von Blonay im 12. Jahrhundert der Abtei Molesme in Frankreich. Diese richtete im Dorf ein kleines Priorat ein, das dem Priorat Saint-Sulpice unterstand. Mit der Eroberung der Waadt durch Bern im Jahr 1536 gelangte Blonay unter die Verwaltung der Vogtei Vevey. Die Reformation wurde eingeführt, das Priorat säkularisiert und seine Rechte an die Stadt Lausanne übertragen. Nach dem Zusammenbruch des Ancien régime gehörte Blonay von 1798 bis 1803 während der Helvetik zum Kanton Léman, der anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. 1798 wurde es dem Bezirk Vevey zugeteilt. Seit 1811 wurde eine Schwefelquelle im Quellgebiet der Baye de Clarens zum Kurbad Bains-de-l'Alliaz ausgebaut und bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts genutzt.
Sehenswürdigkeiten
Die Kapelle Saint-Antoine von Tercier wurde 1503 erbaut und 1981 restauriert. Aus den 1930er Jahren stammt die katholische Kapelle Sainte-Croix. Blonay gehört zur Kirchgemeinde Saint-Légier-La Chiésaz.
Herausragendes Bauwerk ist das auf einer Anhöhe nordwestlich von Blonay stehende imposante Schloss Blonay, dessen ursprüngliche Anlage aus dem 12. Jahrhundert stammt; später wurden jedoch zahlreiche Umgestaltungen vorgenommen. Auch das Haus des berühmten in der Schweiz wohnhaft gewesenen deutschen Komponisten Paul Hindemith steht in Blonay. Es werden dort zahlreiche Kurse, Seminare und Arbeitswochen abgehalten.
Weblinks
• Offizielle Website der Gemeinde Blonay (französisch)
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• Luftaufnahmen des Dorfes
• Museumseisenbahn Blonay-Chamby
• Paul Hindemith Zentrum Blonay

