Bloatware
Als Bloatware (engl. to bloat = aufblähen) bezeichnet man Software, welche mit Features überladen ist (siehe: eierlegende Wollmilchsau). In aller Regel bezieht sich der Begriff auf Anwendungsprogramme. Bloatware bietet sehr viele Funktionen an, neigt aber dazu, vergleichsweise langsam und fehlerträchtig zu arbeiten und im Detail unausgereift zu sein. Von manchen Anwendern werden zum Beispiel Nero_7 und der ehemalige Netscape Communicator zu dieser Kategorie gerechnet.Bloatware entsteht in der Regel aus ursprünglich guten respektive gut gemeinten Gründen (z.B. nice-to-have-Gedanken, Marketing, Anwenderwünschen) weithin verbreiteter/beliebter Software. Deren Entwicklung ist oft durch einen Prozess gekennzeichnet, der im Englischen als creeping featuritis (engl. to creep = schleichen, kriechen) [http://catb.org/~esr/jargon/html/C/creeping-featuritis.html] bezeichnet wird: Nach und nach werden immer neue Features angeboten, um den Grad der Beliebtheit bzw. Verbreitung zu halten oder zu steigern. Als Nebeneffekt erhöhen sich die Anforderungen an die Hardware, die Bedienung wird komplizierter und die Wahrscheinlichkeit, dass Fehler auftreten, wächst.
Besonders anfällig für eine solche Entwicklung ist kommerzielle Software, bei der es einerseits immer wieder werbewirksame Gründe zum Verkauf einer neuen Version geben muss und andererseits bezüglich des Auslieferungsdatums häufig Termindruck besteht, so dass nicht jede neue Funktion hinreichend getestet werden kann.
Dennoch ist nicht jedes Programm, das viele Features hat oder nach und nach erhält, von creeping featuritis betroffen. Ein Positivbeispiel ist der Texteditor Vim. Ausschlaggebend für die Bezeichnung Bloatware ist eher ein subjektiver Zeitpunkt oder Versionsstand, ab dem die Tendenz erkennbar ist, dass die Anzahl der Features, deren technische Umsetzung, das Programmverhalten, die Anzahl der Bugs und die Anforderungen an Hardware und Benutzer in keinem ausgewogenen Verhältnis mehr stehen.

