Blindmelken
Beim Maschinenmelken wird der Schließmuskel des Zitzenkanals durch Anlegen eines Vakuums geöffnet. Das geschieht einmal in der Sekunde für etwa 0,4 Sekunden. Fließt in dieser Zeit keine Milch aus der Zitze, spricht man von Blindmelken. Hierbei kann es zu Reizungen der Schleimhaut im Zitzenkanal kommen, was zu einer Euterentzündung führen kann. Blindmelken kann zu Beginn oder am Ende des Melkvorgangs auftreten.Blindmelken zu Beginn des Melkvorgangs:
Vor dem Melken ist die Milch im Drüsengewebe des Euters gespeichert, ähnlich einem Schwamm. Durch Massieren des Euters (Anrüsten) schüttet die Kuh das Hormon Oxytocin aus. Dieses Hormon bewirkt Muskelkontraktionen im Eutergewebe und drückt damit die Milch heraus. Wurde nicht ausreichend angerüstet, kann es kurz nach Melkbeginn zu einem Nachlassen des Milchflusses und damit zu Blindmelken kommen.
Blindmelken am Ende des Melkvorgangs:
Die vier Zitzen (Euterviertel) einer Kuh haben jeweils eigenes Drüsengewebe und liefern deshalb unterschiedliche Milchmengen. Gegen Ende des Melkvorgangs kommt es dazu, dass einige Viertel schon leergemolken sind, während andere noch Milch geben. Klassische Melkmaschinen melken dann einfach weiter. Hierbei wird dem Euter gelegentlich auch Blut entzogen. Blindmelken ist hier mit alten Maschinen unvermeidlich, modernere dagegen stellen die einzelnen Melkbecher ab, wenn die entsprechende Zitze leer ist.

