Bliestalbahn
Die Bliestalbahn ist eine ehemalige Bahnstrecke zwischen Homburg und Saargemünd, die 1991 stillgelegt wurde und mittlerweile in einen Radweg (den Bliestal-Freizeitweg) umgewandelt wurde.
Entstehung der Bahn
Die Geschichte der Bliestalbahn beginnt in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1868 erteilt das königlich bayrische Staatsministerium die Deutsch-französische_Krieg 1870/71 ließ die Unternehmung ins Stocken geraten. Erst 1875 wird der Pfälzischen_Ludwigsbahn die Baukonzession erteilt, im gleichen Jahr genehmigt man den Bau der Strecke bis Saargemünd (Sarreguemines). Da Saargemünd als Folge des Krieges zu den Reichslanden Elsaß/Lothringen zählte, wurde der Teil der Strecke von Reinheim ab bis zum Endpunkt der Bahn in Saargemünd in Berlin genehmigt. Am 1. April 1879 wurde die Strecke fahrplanmäßig eröffnet.
Ende der Bahn
Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Strecke auf deutscher Seite bis Reinheim befahren, auf französischer Seite bis Bliesbruck. Bereits 1954 beschloss die SNCF ihren Streckenabschnitt stillzulegen. Der Personenverkehr auf deutscher Seite endete am 31. Mai des Jahres 1991. Im Februar 1997 wurden die Gleise durch die DB abgebaut.
Strecke
Der Bau der Bliestalbahn erfolgte von Zweibrücken aus. Der bestehenden Strecke Zweibrücken?Homburg (Schwarzbachtalbahn) wurde ein zweites Gleis hinzugefügt. Hinter Einöd (Saarland) bog dann die Strecke in einer Verbindungskurve westlich nach Bierbach ab. Dieser Teil ist heute noch ein Bestandteil der Schwarzbachtalbahn. Vor dem Bahnhof Lautzkirchen bog die Bliestalbahn südwestlich nach Blieskastel ab und führte von dort dem Lauf der Blies nach Sarreguemines. So erfolgte auch die Kilometrierung von Zweibrücken aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt die Entfernung vo Hauptbahnhof Homburg aus, bei 0,000 beginnend und an der saarländischen Landesgrenze in Reinheim bei 27,315 endend. Die Strecke wurde 1888 zweigleisig ausgebaut, nach dem 2.Weltkrieg erfolgte der Rückbau auf ein Gleis. Der zweigleisige Ausbau zeigt die militärstrategische Bedeutung der Strecke zwischen den drei letzten deutsch-französischen Kriegen auf.
Fahrzeuge
Für die erste Zeit des Betriebes sind keine exakten Angaben zu finden; erst im Jahr 1920 existiert eine Liste der von der Pfalzbahn an die Saareisenbahn im Rahmen des Versailler Vertrags abzugebenden Lokomotiven. Da bei der Pfalzbahn die Lokomotiven Namen der Orte bzw. Gewässer entlang der Strecke trugen, lässt sich annehmen, dass folgende von Dr. A. Mühl in seinem Buch ?Die Pfalzbahn? aufgeführten Lokomotiven auf der Strecke verwendet wurden:
* 4 Güterzuglokomotiven 1 B
* 1 Güterzuglokomotive Pfälzische G1.
* 1 Güterzuglokomotive Pfälzische G2./'>|
* 1 Schnellzuglokomotive Pfälzische T 3,spätere Benennung Baureihe 89.1 der Deutschen Reichsbahn
* 5 Persnenlokomotiven Pfälzische P 2.||
* 1 Güterzuglokomotve Pfälzische G 4
* 2 Rangierlokomotiven Pfälzische T 1
Für die Zeit nach 1918 ist für die Bliestalbahn der Gebrauch jener Maschinen der Pfalzbahn nachgewiesen. Ab 1930 wurde die DRG Baureihe 86 eingesetzt. Ab 1933 erschienen zum ersten Mal Dieseltriebwagen,darunter der Wismarer Schienenbus. Zu diesem Zeitpunkt war die Bahnstrecke bereits zur Nebenbahn degradiert. Die VT 133 wurde noch vor dem Krieg durch die VT 135 abgelöst.
Mit Beginn des 2.Weltkrieges wurde der Betrieb mit Dieselfahrzeugen eingestellt, es verkehrten nunmehr nur Dampflokomotiven. Der kostbare Dieseltreibstoff wurde für das Militär benötigt,an Kohlen war aber kein Mangel.
Nach Ende des Krieges liegen bis zum Ende des Personenverkehrs Aufzeichnungen des Lokführers Vinzent Fritz aus Niedergailbach vor. So befuhren von 1948 bis 1991 folgende Baureihen die Bliestalbahn:
DB Baureihe 23
DB Baureihe 38
DB Baureihe 78
DB Baureihe 86 alle für den Personenverkehr
DB Baureihe 50
DB Baureihe 52
Nach 1950 bewältigte der Uerdinger Schienenbus den Personenverkehr im Wechsel mit Dampfloks. 1968 war die Zeit für den Dampf abgelaufen.Schon vor der Ausmusterung der Dampfloks erschienen Dieselloks auf der Strecke.
Dies waren folgende Baureihen:
DB Baureihe V 100
DB Baureihe V 60
DB Baureihe 323
Den letzten Personenzug auf der Strecke zog die 212 342-0 am 31. Mai 1991.
Güterverkehr
Es gab an der Strecke einige bedeutende Kunden, in Gersheim das Kalkwerk, das ehemalige Raiffeisenlager und die Walsheimer Brauerei, in Blieskastel die Malzfabrik und zahlreiche Mühlen im Tal der Blies. Aber auch hier ist anzumerken, dass der LKW der Bahn den Rang ablief und der Umschlag auf der Strecke immer weiter sank.
Bliestal-Freizeitweg
Heute ist die Trasse der Bahn von Bierbach bis Reinheim in den Bliestal-Freizeitweg umgewandelt worden, der am 1. Mai 2000 seiner Bestimmung übergeben wurde und einen Teil des saarländischen Radwegenetzes bildet. Mittlerweile ist dieser Weg bis nach Sarreguemines verlängert worden.
Literatur
* Walter Weber: Die Bliestalbahn Von Anfang bis Ende, Edition Europa, 2000, ISBN 393177337X
Weblinks
• Website des Bliestal-Freizeitweges

