Bleikeller
Der Bremer Bleikeller befindet sich in einem Nebengebäude des St._Petri-Doms zu Bremen. Hier lagern einige Mumien (Leichen). Ursprünglich befanden sich die Mumien in der Ostkrypta des Doms; 1822 wollte man die Krypta jedoch als Lagerraum nutzen und brachte die Mumien im damaligen Kohlenkeller unter. 1984 zogen die Mumien an ihren jetzigen Ruheort um.Das Phänomen, welches zur Mumifizierung führte, ist nicht restlos aufgeklärt. Anfangs ging man davon aus, dass die in dem Kellerraum aufbewahrten Leichen aufgrund des dort gelagerten Bleies, welches für Dacharbeiten und Orgelpfeifen verwendet wurde, mumifizierten. Eine andere geläufige Theorie geht von der insgesamt bleihaltigen Erde aus. Weitere geläufige Ansätze erklären die Mumifizierung der Leichen mit der Zugluft oder der extrem trockenen Luft, welche in dem Raum herrscht.
Seinen Namen hat der Bleikeller, weil in der Ostkrypta das erwähnte Blei gelagert wurde. Der Name lässt also keine Rückschlüsse auf die Gründe der Mumifizierung zu. Die im Bleikeller ausgestellten Leichen stammen von Durchreisenden, Nichtidentifizierten und Menschen, deren Bestattung nicht bezahlt wurde.
Die Legende besagt, dass die konservierende Wirkung des Kellerraumes zufällig entdeckt wurde, als man den Leichnam eines im Jahre 1450 abgestürzten und im Keller vergessenen Dachdeckers fand. Inzwischen geht man aber davon aus, dass es sich bei diesem ?Dachdecker? um einen im Dreißigjährigen_Krieg erschossenen Soldaten handelt. Später wurden die anderen Leichen hinzugefügt und es setzte die gleiche konservierende Wirkung ein.
Der Bremer Bleikeller ist in den Sommermonaten (Ostern bis Oktober) für Besucher geöffnet.
Literatur
Wilhelm Tacke, "Bleikeller im Dom zu Bremen", Johann Heinrich Döll Verlag, Bremen, 1985, ISBN 3888080290
Weblinks
• Der Bleikeller im St. Petri-Dom

