Bleckeder Kreisbahn
Die Bleckeder Kreisbahn war ein Eigenbetrieb des damaligen Kreises_Bleckede in der preußischen Provinz Hannover. Ihr gehörte ein (ab 1904) 60 km umfassendes Kleinbahnnetz in der Spurweite von 750 mm, das von der Bahnbau- und Betriebs-Gesellschaft Lenz & Co GmbH erbaut und bis 1910 auch betrieben worden ist. Der größte Teil des Netzes wurde am 17. Dezember 1895 eröffnet. Der nördliche Anschluss an die Staatsbahn befand sich im Bahnhof Echem der Strecke Büchen ? Lüneburg. Von hier führte die Kleinbahn ostwärts über Wendewisch zum Kopfbahnhof Brackede an der Elbe, dann wandte sie sich nach Süden und erreichte über Karze Anschlussbahnhof zunächst die Kreisstadt Bleckede und schließlich über Barskamp und Dahlenburg Ort den Staatsbahnhof Dahlenburg an der Strecke Lüneburg ? Dannenberg. In Bleckede gab es seit dem Jahre 1900 ein Gütergleis zum Hafen an der Elbe.Erst am 25. August 1904 wurde eine direkte Linie von Lüneburg über Scharnebeck und Neetze nach Karze eröffnet. Damit verlor die Anbindung in Echem ihre Bedeutung und wurde von hier bis Wendewisch stillgelegt (11 km). Damals wurden fünf Dampflokomotiven und drei vierachsige Dampftriebwagen eingesetzt. Der Fahrplan sah vier bis fünf Fahrten täglich auf allen Teilstrecken vor.
Im Ersten Weltkrieg sollte die Strecke Lüneburg ? Bleckede aus militärischen Gründen auf Regelspur umgebaut werden. Die Kreisbahn wurde in eine GmbH umgewandelt, an der sich der preußische Staat, die Provinz Hannover und der Kreis Bleckede zu je einem Drittel beteiligten. Die GmbH reduzierte das Schienennetz und stellte den verbleibenden Teil auf Vollspur um. Sie legte die Verbindung von Lüneburg zur Kreisstadt am 24. August 1918 vorübergehend still und eröffnete den Betrieb auf der umgespurten und um 3 km verkürzten Trasse, die nicht mehr den Umweg über Karze nahm, nach dem Umbau wieder; den Güterverkehr am 15. Januar 1919, den Personenverkehr am 15. Februar 1919. Auf den noch vorhandenen Schmalspurstrecken ? insgesamt 37 km ? verkehrten die Züge noch bis zum 21. Januar 1922, zwischen Wendewisch und Brackede nur bis 1. September 1921. Dann wurden sie abgebaut.
Die Bleckeder Kleinbahn GmbH wurde 1944 in die Osthannoverschen_Eisenbahnen_AG eingegliedert.

