Tunnel Bleßberg
Der Tunnel Bleßberg ist mit einer Länge von rund 8314 Metern der längste Eisenbahntunnel der Neubaustrecke_Ebensfeld?Erfurt. Er wird nach seiner Fertigstellung hinter dem Landrückentunnel und dem Mündener Tunnel die drittlängste zweigleisige Tunnelröhre in Deutschland sein.Der Tunnel unterquert, bei einer maximalen Überdeckung von 330 Metern, in der Nähe des Bleßberges zwischen Truckenthal und Goldisthal den Hauptkamm des Thüringer Waldes mit dem Rennsteig. Das Südportal liegt auf einer Höhe von 502,4 m über NN, das Nordportal, bei einer konstanten Steigung von 1,092 %, auf 593,2 m.
Das Südportal besitzt die geographischen Koordinaten: .
Der Eisenbahntunnel hat eine lichte Höhe von 9,23 m ab Schienenoberkante sowie eine lichte Weite von 13,64 m, bei einem Maulprofil mit einer Nutzquerschnittsfläche von 92 m² über Schienenoberkante.
Als Oberbau ist eine Feste Fahrbahn vorgesehen, der Gleisabstand beträgt 4,5 m bei einer Entwurfsgeschwindigkeit von 300 km/h.
Rettungskonzept
Das Bauwerk wird im Abstand von maximal 1000 m acht Notausgänge haben. Diese führen unter anderem über einen 965 m langen Querstollen oder einen 3300 m langen Parallelstollen ins Freie. Die Feste Fahrbahn und die Stollen sind von Straßenfahrzeugen befahrbar, eine trockene Löschwasserleitung mit unterirdischen Löschwasserbehältern an den Tunnelportalen ist vorgesehen.
Geologie
Der Tunnel durchquert das Thüringer Schiefergebirge mit Muschelkalk-, Schiefer-, Grauwacke- und Quarzitschichten und der sogenannten ?Fränkischen Störung? bei einem Gebirgswasserspiegel bis 300 m Wassersäule.
Bauausführung
Der zweischalige Tunnel wird bei 126 m² Ausbruchquerschnittsfläche mit bergmännischem Sprengvortrieb und einer Querschnittsunterteilung in Kalotte, Strosse und Sohle aufgefahren. Die Sicherung erfolgt durch Spritzbetonausbau nach der neuen_österreichischen_Tunnelbauweise. Der Tunnelvortrieb läuft kontinuierlich rund um die Uhr, bei vier Sprengungen pro Tag. Der Tunnelausbruch beträgt bei den ersten beiden Baulosen ungefähr 900.000 m³ und wird unter anderem auf einer 32,5 ha großen und maximal 14 m hohen Deponie bei Stelzen gelagert. Weitere Ausbruchsmassen sollen am Südportal zwischengelagert und für Dämme an der Strecke verwendet werden.Die Herstellung erfolgt dabei in drei Baulosen. Das erste Baulos umfasste den Bau des 965 Meter langen Querstollens. Dieser wurde in einem Jahr bis August 2006 aufgefahren und dient als Zwischenangriffstollen. Die Kosten belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro, die Ausbruchsmenge liegt bei rund 55.000 Kubikmetern.
Das zweite Baulos beinhaltet den südlichen 4300 m langen Teil des Tunnels, mit dem Zwischenangriffsstollen und dem Südportal als Angriffspunkten. Dieses wurde im August 2006 für rund 70 Millionen Euro vergeben und soll Ende 2009 abgeschlossen sein. Das dritte Baulos umfasst den nördlichen Tunnelteil, mit dem Zwischenangriffsstollen und dem Nordportal als Angriffspunkten. Die Bahn rechnet mit einer Gesamtbauzeit von sieben Jahren.
In Vorbereitung der Bauarbeiten entstanden insgesamt 4,2 Kilometer Baustraßen.
Offiziell angeschlagen wurde der Tunnel am 4. Dezember 2006. Die Tunnelpatenschaft hat die SPD-Politikerin Iris Gleicke übernommen.
Siehe auch
• der Eisenbahntunnel in Thüringen]
Bild:Blessbergtunnel 2007 Schild.jpg|Bauschild am Südportal
Bild:Blessbergtunnel-suedportal-Dez2006.jpg|Südportal Dezember 2006
Bild:Blessbergtunnel 2007.jpg|Blessbergtunnel Südportal März 2007
Bild:ICE_01.jpg|Blessbergtunnel Südportal März 2007
Weblinks
• Arbeitsgemeinschaft Tunnel Bleßberg Süd
• Sicherheitstechnische Maßnahmen beim Bau der Tunnel ICE-NBS Erfurt-Ebensfeld
• Stand Dezember 2006

