Blaustein
Blaustein ist eine Gemeinde im Ulm.
Nachbargemeinden
Die Gemeinde grenzt im Norden und Westen an Dornstadt, im Süden an die Stadt Ulm, im Westen an die Stadt Blaubeuren und im Nordwesten an Berghülen.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde Blaustein besteht aus den Ortsteilen Arnegg, Bermaringen, Dietingen, Ehrenstein, Herrlingen, Klingenstein, Lautern, Markbronn, Weidach und Wippingen.
Geschichte
Blaustein entstand am 1. September 1968 durch den Zusammenschluss der Orte (Gemeindereform) Ehrenstein und Klingenstein.
Eingemeindungen
Im Zuge der Gemeindereform wurden im Jahr 1974 die Gemeinden Bermaringen und Wippingen (mit dem Ortsteil Lautern) eingegliedert. Arnegg, das sich bereits 1971 mit Markbronn-Dietingen vereinigt hatte, und Herrlingen (mit Weidach) traten der neuen Gemeinde Blaustein 1975 bei.
Ortsteile
= Arnegg
=1292 erstmals urkundlich erwähnt, gruppierte sich der Ort um die gleichnamige Burg, von der heute nur noch Reste erhalten sind. Nach wechselnden Ortsherrschaften wurde seit 1700 die weitere Entwicklung von der Deutschordenskommende Altshausen bestimmt.
Heute noch zu sehen ist die unter dem Deutschorden im 17. Jahrhundert entstandene Zehntscheuer, die 1737 erbaute Marienkirche und das 1783 errichtete Amtshaus, das heute noch als Rathaus (Ortsverwaltung) genutzt wird.
= Bermaringen
=zum_Artikel_Bermaringen
= Ehrenstein
=In einer Sandgrube wurde in den 1950er Jahren eine Siedlung der Jungsteinzeit entdeckt und in zwei Grabungen durch Oscar Paret und Hartwig Zürn teilweise untersucht. Die mehrphasige Siedlung bestand aus mehreren, in Reihen angeordneten Holzbauten. Kulturell gehört die Siedlung zur jungneolithischen Schussenrieder Kultur, zeigt aber Einflüsse der Michelsberger Kultur. Unter den Funden fallen große doppelt durchbohrte Kalksteinscheiben auf (siehe auch Jungsteinzeitliches Dorf bei Ehrenstein).
Auf dem Schlossberg liegen Funde einer frühbronzezeitlichen Höhensiedlung. An diesen Funden definierte Hans Jürgen Hundt erstmals die Keramik der sog. Übergangsperiode BzA2/B1.
= Weidach
=Weidach hat zwei katholische Kirchen, die eine der beiden heißt St. Wendelin und besitzt einen kleinen Glockenturm, die andere heißt St. Nikolaus von Flue und besitzt keinen Glockenturm. Weidach teilt sich einen Ortsvorsteher mit Herrlingen.
Seit neuestem gibt es in Weidach neben zum Beispiel dem Jugendraum und dem Landfrauenverein auch einen Bürgerverein.
= Wippingen
=Wippingen ist schon seit dem Jahre 1085 urkundlich bekannt, doch 1611 brannte es fast vollständig ab. Noch Heute gibt es das Zollhaus, ein alter, inzwischen restaurierter Fachwerkbau. Es spielte bei der Auseinandersetzung der Reichsstadt Ulm und dem Herzogtum Württemberg eine nicht unerhebliche Rolle.
= Herrlingen
=zum_Artikel_Herrlingen
= Markbronn
=zum_Artikel_Markbronn
Einwohnerentwicklung
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).
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¹ Volkszählungsergebnis
Wappen
Beschreibung
Das Blausteiner Wappen ist ein gespaltenes Schild. Vorne sind auf goldenem Grund drei gestürzte schwarze Wolfsangeln abgebildet. Hinten ist auf schwarzem Grund ein aufgerichtetes goldenes Hifthorn mit goldener Fessel abgebildet.
Begründung
Da die Herren von Stein zu Klingenstein (die Wolfsangeln) und die Herren von Herrlingen-Hörningen (das Hifthorn) im Laufe der Zeit über alle Teilorte die Ortsherrschaft oder in ihnen Grundbesitz besaßen, sollen heute ihre Symbole alle Ortsteile aus historischer Sicht am besten repräsentiert.
Politik
Bürgermeister
Robert Epple war der erste Bürgermeister Blausteins. Ihm folgte für eine kurze Interimszeit Gerhard Häberle. Die Amtszeit des derzeitigen Bürgermeisters Gerald Schikorr geht bis zum 31. Januar 2008.
Gemeinderat
Bei der Gemeinderatswahl am 13. Juni 2004 wurde die Sitzzahl verringert. Es ergab sich folgende Sitzverteilung:
• Demokratische Union Deutschlands/'>CDU] ? 36,0 % (?4,0) ? 8 Sitze (?5)
• Wähler|FW] ? 28,4 % (+1,5) ? 6 Sitze (?2)
• Partei Deutschlands|SPD] ? 18,5 % (?5,5) ? 4 Sitze (?3)
• 90/Die Grünen|Grüne] ? 17,1 % (+8,1) ? 4 Sitze (+2)
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Blaustein liegt direkt an der A_7. Außerdem ist die Gemeinde mit zwei Bahnhöfen (Blaustein und Herrlingen) an die Donautalbahn (Ulm?Donaueschingen) angebunden. Mehrere Buslinien der DING durchqueren den Ort und verbinden somit Blaustein mit Ulm und weiteren Orten in der Umgebung.
Bildung
Die Gemeinde verfügt über sechs Grundschulen in den Ortsteilen Arnegg, Bermaringen, Ehrenstein, Herrlingen, Klingenstein und Wippingen, sowie über zwei Hauptschulen (Herrlingen, Klingenstein), eine Realschule in Ehrenstein und eine Schule für Lernbehinderte.
Persönlichkeiten
Anna Essinger leitete in Herrlingen ihr jüdisches Landschulheim bis ca. 1938. Dieses Heim wurde von einem Zeitzeugen als Paradies in der Hölle beschrieben. Das Haus des Landschulheims steht in der Erwin-Rommel-Steige 1.
Erwin Rommel, im Zweiten_Weltkrieg unter anderem Oberbefehlshaber des deutschen Afrikakorps sowie der für die Verteidigung des ?Westwalls? zuständigen Heeresgruppe B, wohnte von Mitte 1943 an mit seiner Familie im Ortsteil Herrlingen (damals Wippinger Steige, heute: Erwin-Rommel-Steige; das Haus gehörte ursprünglich zum Komplex des jüdischen Landschulheims). Nach einer schweren Verwundung wurde er am 14. Oktober 1944 während eines Genesungsurlaubs von zwei hochrangigen Offizieren zu Hause abgeholt und auf der Fahrt im Auto zwischen Herrlingen und Wippingen zum Selbstmord durch Einnahme von Zyankali gezwungen. Der vormalige ?Lieblingsgeneral des Führers? war bei Hitler in Ungnade gefallen, weil er kritische Lagevorträge zur Situation an der Westfront gehalten hatte. Er wurde zudem verdächtigt, am Attentat_auf_Hitler_vom_20._Juli_1944 beteiligt gewesen zu sein. An der Stelle, an der Rommel starb, befindet sich ein Gedenkstein. Rommel ist auf dem Herrlinger Friedhof begraben. In der Herrlinger Lindenhofvilla wurde vor einiger Zeit ein Rommel-Museum eingerichtet, womit eine eher vorläufige Gedenkstätte in zwei Räumen des Herrlinger Rathauses abgelöst wurde.
Literatur
* Zürn, Hartwig: Das jungsteinzeitliche Dorf Ehrenstein (Kreis Ulm). Ausgrabung 1960. Teil I: Die Baugeschichte. Veröff. Staatl. Amt Denkmalpfl. Stuttgart A 10/1, Stuttgart 1965
* J. Lüning/Sommer, Ulrike/Achilles, K. A./Krumm, H./Waiblinger, J./Hahn, J./Wagner, E.: Das jungsteinzeitliche Dorf Ehrenstein III Teil III: Die Funde. Forsch. u. Ber. Vor- u. Frühgesch. Bad.-Württ. 58, Stuttgart 1997
* Hundt, H.-J.: Keramik aus dem Ende der frühen Bronzezeit von Heubach (Kr. Schwäbisch Gmünd) und Ehrenstein (Kr. Ulm). Fundber. Schwaben N. F. 14, 1957, 27?50
Weblinks
• Internetpräsenz der Gemeinde Blaustein
• Internetpräsenz des Ortsteils Bermaringenlmo:Blaustein

