Der Blaumilchkanal
Der Blaumilchkanal (hebr. Te?alat Blaumilch bzw. engl. The big Dig) ist der Titel eines Hörspiels von Ephraim Kishon, einer Satirensammlung Kishons und der Verfilmung des Hörspiels unter der Regie von Kishon.Das Hörspiel
Das Hörspiel befindet sich in einem gleichnamigen Buch von 1971 (Titel: Der Blaumilchkanal. Satiren. Hörspiele und Einakter), das in einer deutschen Übersetzung von Friedrich Torberg vorliegt.
Inhalt
Die Bürokratie-Satire handelt von Kasimir Blaumilch, einem aus der Psychiatrie entflohenen Geisteskranken, der - anders als Ausgebrochene dies überlicherweise tun - von schweigsamem Verschwinden nichts hält und prompt beginnt, die Verkehrskreuzung Allenby-Road und Rothschild-Boulevard in Tel Aviv, eine überlebenswichtige Hauptverkehrsstraße, mit einem gestohlenen Presslufthammer aufzureißen. Als die Polizei notgedrungen beginnt, die umliegenden Straßen zu sperren und die Anwohner sich zunehmend über den praktisch ununterbrochenen Lärm beschweren, beginnen die Behörden eine umfangreiche, jedoch ergebnislose Ursachenforschung. Der für diesen Fall eigentlich zuständige Leiter der "Abteilung für Reparaturen auf den Hauptverkehrsstraßen", ein Dr. Kwibischewsky, weiß von nichts, und so schieben die Beteiligten der Stadtverwaltung sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu, bis die Angelegenheit endlich vor Gericht landet. Der Zufall will es, dass Blaumilch mit seinem Presslufthammer unmittelbar während des Prozesses das Meer erreicht, sodass die Wassermassen mitten in die Stadt Tel Aviv einströmen.
Schlussendlich eröffnet der Bürgermeister stolzgeschwellt den neuen Innenstadtkanal und preist die Stadt als "Venedig des Mittleren Ostens", sodass sich zum Schluss alle Handlungsstränge im Positiven auflösen. Einzige Ausnahme ist der Magistratsangestelle Benzion Ziegler, der allein den absurden Hintergrund der Bauarbeiten durchschaut hat. Da man ihm angesichts der allgegenwärtigen Kanal-Euphorie keinen Glauben schenken will, wird er ironischerweise in die Psychiatrie eingeliefert. Kasimir Blaumilch, der eigentlich an Zieglers Stelle dorthin gehörte, verschwindet unbehelligt und kommt am Schluss nicht mehr vor.
Insgesamt ist die Satire typisch für Kishon. Alltägliche Amtsabsurditäten werden immer weiter ins Verrückte gesponnen, jedoch auf eine Weise, dass der Leser sich erst am Schluss darüber im Klaren ist, wie bizarr die Situation eigentlich ist, die mit nahezu klinischer Kühle geschildert wird.
Verfilmung
1970 wurde der Stoff von den Produktionsfirmen Sender Freies Berlin und Canal Plus unter_gleichem_Titel verfilmt.
Die Satire
Kishons Buch Auch die Waschmaschine ist nur ein Mensch enthält eine Satire mit dem Titel Der Blaumilch-Kanal. Es handelt sich inhaltlich im Wesentlichen um eine Zusammenfassung des Hörspiels.
Weblinks
• Der Blaumilchkanal. Kurze Information auf www.ephraimkishon.de
• Der Blaumilchkanal. Kurze Information auf www.kishon.info

