Blaufarbenwerk Zschopenthal
Das Blaufarbenwerk Zschopenthal war ein Werk zur Herstellung von blauer Glasfarbe im Ortsteil Zschopenthal von Waldkirchen/Erzgeb.Das Zschopenthaler Blaufarbenwerk war ursprünglich in Annaberg gegründet worden, Schwierigkeiten bei der Brennholzbeschaffung veranlassten den Mitinhaber Bergrat Caspar Sigismund von Berbisdorf, die Verlegung nach Zschopenthal zu betreiben, die 1684 erfolgte. Von Berbisdorf besaß in Zschopenthal bereits einen Eisenhammer und Gelände in Zschopenthal und stellte das benötigte Bauland zur Verfügung. 1689 ist von einem Blechhammer die Rede, das Werk fertigt Herdplatten, wird allerdings ab 1692 nach Neunzehnhain verlegt.1687 war die Herstellung der blauen Kobaltfarbe endgültig aufgenommen, das blaue Farbmehl, benutzt zur Bemalung von Porzellan und Keramik wurde, der Überlieferung zufolge bis Delft und Venedig exportiert. Das Blaufarbenwerk besaß eine eigene Gerichtsbarkeit und verfügte über eine eigene Schule.1850 führten englische Konkurrenz und Einführung der Steinkohlenfeuerung dazu, dass das Zschopenthaler Werk geschlossen und mit dem Werk in Pfannenstiel vereinigt wurde.
Bereits 1848 erwarb der Zschopauer Webermeister Johann Gottlieb Wunderlich den gesamten Komplex und errichtete eine für damalige Zeiten hochmoderne Weberei.
Erwähnenswert ist, dass der Urgroßvater,Christian Heinrich Winkler, Großvater (August Fürchtegott Winkler) und Vater (Kurt Alexander Winkler) des Chemikers Clemens Winkler das Blaufarbenwerk leiteten.
Der Gebäudekomplex des Blaufarbenwerkes ist weitestgehend erhalten und wird seit einigen Jahren in bescheidenem Umfang als Industriedenkmal gepflegt.
Die Tradition der Blaufarbenwerker wird seit einigen Jahren durch die Gruppe Hüttenknappschaft Zschopenthal des Heimatvereins Waldkirchen gepflegt.
Die alte Industrieanlage besteht aus dem dreigeschossigen Fabrikgebäude mit Kreuzgewölbe im Erdgeschoss, dessen Portal mit der Jahreszahl 1687 gekennzeichnet ist, dem Fachwerkgebäude mit Türmchen, Glocke und Wetterfahne von 1719, dem ebenfalls im Obergeschoss in Fachwerk errichteten Stallgebäude und dem massiven, zweigeschossigen, mit Walmdach versehenen Herrenhaus.

