Blaues Blut
Die Bezeichnung blaues Blut, auch kurz Blaublut, drückt bei Menschen die Zugehörigkeit zum Adel aus.Herkunft des Begriffes
Der Begriff ?blaues Blut? stammt aus dem spanischen Sprachgebrauch (?sangre azul?). Mit diesem Attribut wurden die spanischen Adligen bezeichnet, welche aufgrund ihrer Abstammung von den Westgoten und Heiratsverbindungen mit nordischen Adelshäusern, besonders blass waren. Um das Schönheitsideal von blasser Haut noch zu verstärken, mieden es die spanischen Adligen, unter die Sonne zu gehen, wodurch die Haut in manchen Fällen so bleich war, dass die blauen Venen zum Vorschein kamen.
Im mittelalterlichen Spanien kämpfte nun der Adel westgotischer Herkunft gegen die Mauren (8./9. Jahrhundert). Während die Araber eine dunklere Haut hatten, sah man auf der weißen Haut des spanischen Adels die blauen Adern. Dies hinterließ den Irrglauben, dass blaues Blut durch die Adern der Adligen fließe.
Erst später kam dieser so entstandene Ausdruck des ?blauen Blutes? als angebliches Kennzeichen des Adels nach Mitteleuropa. In Frankreich (?le sang bleu?) und im deutschsprachigen Raum ist der Ausdruck erst seit etwa 1810 bekannt.
Die eigentliche Blaufärbung rührt allerdings daher, dass lediglich der kurzwellige blaue Farbanteil des Lichtes durch die Haut dringt, während der rote und langwellige Anteil von der Haut und vom Blut selbst absorbiert wird. Für eine nähere Erläuterung siehe den Artikel Blutfarbstoff
Blaues Blut als Symbol der Andersartigkeit
Traditionell wurde über Jahrhunderte dem Adel in Europa eine herausragende, vererbbare Rolle zur Führung zugeschrieben. Erst seit der französischen_Revolution, der zunehmenden Demokratisierung und der langsamen Wirkung von Bildung und Aufklärung für die normale Bevölkerung, sowie Auswirkungen von Kriegen änderten sich die Herrschaftsverhältnisse und die ehrfürchtige Einstellung gegenüber dem Adel in Europa. Auch die Abschaffung der Staatskirche in einigen Ländern trug dazu bei.
Inzucht unter Adelsfamilien zur Sicherung des königlichen Blutes führte zur Entfaltung von seltenen Erbkrankheiten, wie der Bluterkrankheit.
Reste des Mythos um den Adel sind weiter vorhanden. Etliche Adelsangehörige werden als Idole verehrt. In einigen Staaten sind sie beliebte Repräsentanten des Landes.
Der Begriff ?blaues Blut? hat heute eine leicht ironische Bedeutung, die nicht negativ sein muss.
Literatur
*Robert Steimel: ?.... im vordersten Gefecht!?. Kleine Geschichte des deutschen Adels, Seite 48. Steimel-Verlag, Köln-Zollstock 1959
Weblinks
* http://www.wortundbild.de/PGD/PGDP/pgdp_05.htm?snr=12062
* http://www.farbenundleben.de/kultur/blauesblut.htm

