StMV Blaue Sänger Göttingen
Die Studentische Musikvereinigung Blaue Sänger in Göttingen im SV (bekannter unter der Kurzbezeichnung "Die Blauen Sänger") ist eine gemischte, nichtfarbentragende und nichtschlagende Studentenverbindung in Göttingen. Sie wurde 1860 unter dem Namen Studenten-Gesangverein der Georgia Augusta gegründet und ist damit die älteste kulturelle Hochschulgruppe der Göttinger Universität. Sie ist Mitglied im Sondershäuser_Verband_Akademisch-Musikalischer_Verbindungen_(SV)Derzeit unterhalten die Blauen Sänger als stehende Einrichtungen ein Symphonieorchester, eine Bigband, einen gemischten Chor sowie ein Theaterensemble.
Einordnung
* Gründungdatum: 20. Juni 1860 (Datum des ältesten schriftlichen Belegs)
* Hochschulort: Göttingen
* Wahlspruch: Rein wie Gold, Fest wie Erz sei des Sängers Herz (Vertonung durch Otto Freiberg)
* Waffenst. Prinzip: nicht schlagend
* Couleur: farbenführend (hellblau-weiß-hellblau), nicht farbentragend
Geschichte
als Schmied, der Germania das Schwert der Einheit übergebend - Ausschnitt aus einem Glasfenster im Haus der StMV]]
Die 1860 als Studenten-Gesangverein der Georgia Augusta (kurz StGV) gegründete heutige Verbindung war der erste ausschließlich aus Studenten bestehende Gesangverein Göttingens. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Studenten darauf angewiesen, in den bürgerlichen Gesangvereinen mitzusingen, sofern sie in einem Chor singen wollten. Ursprünglich stand der Verein allen Studenten offen, unabhängig von einer eventuellen Mitgliedschaft in einer anderen Studentenverbindung. Vor dem Hintergrund, dass jedoch nur wenige Verbindungsstudenten zugleich Mitglied des Studenten-Gesangvereins waren, beschlossen seine Mitglieder 1874, die Möglichkeit einer gleichzeitigen Mitgliedschaft in einer anderen Verbindungen in Göttingen auszuschließen. Zeitnah dazu wählte sich der StGV eigene Farben und ein dazugehöriges Wappen. Damit war zugleich auch der Schritt vom Verein zur Verbindung vollzogen. Im selben Jahr noch schloss man sogenannte "Kartellverträge", also gegenseitige Unterstützungsvereinbarungen mit anderen studentischen Gesangvereinen wie z.B. dem Akademischen_Gesangverein_München oder der Akademischen_Liedertafel_Berlin, die bereits 1867 einen solchen Vertrag untereinander beschlossen hatten und aus dem der heutige Sondershäuser Verband entstand.
Die Blauen Sänger gelten innerhalb des Sondershäuser Verbandes als Auslöser der sog. "Damenfrage". 1970 beschloss die Aktivitas der Blauen Sänger, im Zuge einer grundlegenden Satzungsrevision auch Frauen als vollständig gleichberechtigte Mitglieder aufzunehmen, was vom Altherren-Verband auch geduldet wurde. Obwohl z.B. schon im Jahr zuvor die ebenfalls dem Sondershäuser Verband angehörende AMV Waltharia Frankfurt ihre Verbindung für Frauen öffnete, waren die Blauen Sänger letztendlich diejenigen, die am vehementesten um eine entsprechende Lösung im Sondershäuser Verband kämpften.
Im Jahre 1903/04 errichtete der damalige AHV des Studenten-Gesangvereins der Georgia Augusta nach Plänen des hannoverschen Architekten Eduard Wendebourg im Düstere-Eichen-Weg 26 ein eigenes Verbindungshaus, das auch heute noch von den Blauen Sängern genutzt wurde. Das Haus der Blauen Sänger war das erste Haus einer nichtfarbentragenden Verbindung in Göttingen. Der Saal des denkmalgeschützten Hauses ist mit über 130 m² der größte private Saal in Göttingen. Darüber hinaus entsteht am Fachbereich "Mittlere und Neuere Geschichte" der Georg-August-Universität Göttingen derzeit eine Dissertation mit dem Titel "Das Haus des Studenten-Gesangvereins der Georgia Augusta Göttingen. Die Bedeutung des Vereinsstandortes und seine Auswirkungen auf die Entwicklung eines akademischen Gesangvereins im 19. und 20. Jahrhundert als Beitrag zur Entwicklungsgeschichte des deutschen Vereins- und Korporationswesens".
Bekannte Mitglieder
Bekannte Mitglieder der Blauen Sänger sind bzw. waren unter anderem:
Heinz Ludwig Arnold (Literaturkritiker und Herausgeber der Zeitschrift Text + Kritik)
Rudolf Otto Franke (Ordinarius für Sanskrit in Königsberg)
Karl Lamprecht (Professor für Geschichte an der Universität Leipzig, heute vor allem bekannt durch seine Rolle im Methodenstreit.)
August Marahrens (lutherischer Landesbischof der hannoverschen Kirche von 1925 bis 1947)
Volker Schmidt-Gertenbach (Dirigent)
Julius_August_Philipp_Spitta (Bachbiograph und Musikwissenschaftler)
Hermann Friedrich August Thureau (Stadt- und Hoforganist sowie Dirigent in Eisenach)
Link
* http://www.blauesaenger.de
* http://www.sv.org

