Humiliaten
Humiliaten (lateinisch Gedemütigte) nannten sich die Mitglieder einer Vereinigung, die lombardische Adlige nach ihrer Rückkehr aus der Gefangenschaft in Deutschland bildeten. Dies geschah teilweise zu Bußübungen, teils zu gemeinsamer Handarbeit.Ihr Stifter ist der mailändische Edelmann Johann von Meda. Ihre Entstehung datiert auf das 11. bis 12. Jahrhundert. Ursprünglich bildeten sich die Humilaten als reine Laienverbindung, deren Mitglieder heiraten, jedoch keinen Eid schwören durften. Im 12. Jahrhundert sonderte sich ein kleiner Kreis von ehelos und klösterlich nach der Benediktinerregel lebenden Mitgliedern aus.
Später trat eine Kongregation hinzu, der nur Priester angehörten. Nachdem sich die nicht klösterlich lebenden Mitglieder den Waldensern angeschlossen hatten, die darum auch mitunter selbst Humiliaten genannt wurden, ordneten sich die anderen um so mehr dem Papsttum unter Innozenz_III. unter. 1201 gab der Papst diesen katholischen eigene Statuten. Unter ihnen ereigneten sich später auch Missbräuche: als der Kardinal Borromeo sie reformieren wollte, führte der Priester La Farina einen Mordversuch auf ihn aus. Infolgedessen hob Papst Pius V. 1571 den Orden auf.
Bereits in der Anfangszeit hatten die Frauen der Humiliaten sich ebenfalls zu strengen Bußübungen vereinigt. Sie nannten sich Humiliatinnen oder nach ihrer Stifterin, der Mailänderin Clara Blassoni, auch Blassonische Nonnen. In Italien bestanden Anfang des 20. Jahrhunderts fünf unabhängige Klöster.

