Blasser Erdrauch
Der Blasse Erdrauch (Fumaria vaillantii), auch als Buschiger Erdrauch oder Feinblättriger Erdrauch bezeichnet, ist ein in Mitteleuropa zerstreut vorkommender Angehöriger der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae) und der Unterfamilie der Erdrauchgewächse (Fumarioideae).
Erscheinungsbild
Der Blasse Erdrauch ist eng mit dem in Mitteleuropa meist häufig vorkommenden Gewöhnlichen_Erdrauch (Fumaria officinalis) verwandt. Die einjährige krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 cm.
Der Stängel wächst aufrecht bis aufsteigend und ist verzweigt. Die Laubblätter sind doppelt gefiedert und besitzen Blattzipfel, die zwei- bis sechsmal so lang wie breit sind.
Der Blütenstand ist 6 bis 15blütig. Die Tragblätter erreichen Längen von bis zu 2,5 mm und sind etwa dreiviertel so lang wie die 1,5 bis 3 mm langen, aufrecht abstehenden Fruchtstiele. Die Blüten besitzen eine Länge von 5 bis 6 mm, sind weißlich-rot gefärbt, haben dunkle Flügel und sind an der Spitze mit einem dunkelpurpurnen Fleck versehen. Die Kelchblätter haben eine Länge von bis zu 1 mm und sind etwa halb so breit.
Die kugelige Frucht hat einen Durchmesser von 1,7 bis 2,4 mm und ist vorn stumpf.
Neben dieser beschriebenen Unterart Fumaria vaillantii subsp. vaillantii gibt es noch die Fumaria vaillantii subsp. schrammii, auch als Schramms Erdrauch bezeichnet, die sich durch folgende Merkmale unterscheidet:
*Die Blüten sind blass lila gefärbt und besitzen keine dunklen Flügel
*Die Tragblätter sind etwa halb so lang wie die Fruchtstiele
*Die Frucht besitzt vorn ein winziges Spitzchen.
Zwischen diesen beiden Unterarten gibt es fließende Übergänge, so dass eine eindeutige Trennung nicht immer möglich ist. In manchen Gebieten scheint es ausschließlich ?Übergangsformen? zu geben. (so in Baden-Württemberg)Sebald, Seybold, Philippi: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3314-8.
Der Blasse Erdrauch blüht vorwiegend in den Monaten Mai bis Oktober.
Verbreitung und Standortansprüche
Bei Fumaria vaillantii handelt es sich ursprünglich um eine mediterran-westasiatische Pflanze, die heutzutage in fast ganz Europa verbreitet ist. Darüber hinaus findet man sie in Nordwestafrika und östlich bis Zentralasien.
In Deutschland kommt der Blasse Erdrauch vor allem im südlichen Teil häufiger vor. Im Norden und Westen des Gebiets fehlt er jedoch über große Strecken.
In Österreich ist die Art im Pannonischen Gebiet häufig zu finden. Darüber hinaus kommt er zerstreut vor und ist gebietsweise gefährdet.
In der Schweiz kommt der Blasse Erdrauch allgemein zerstreut vor.
Der Blasse Erdrauch wächst in Ackerunkrautgesellschaften, auf Brachen, an Wegen, in Gärten sowie auf Schutt. Er ist ein Stickstoffzeiger, der mäßig trockene oder frische, nährstoff- und kalkreiche Lehmböden bevorzugt.
Literatur
* Haeupler/Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, Ulmer Verlag, Stuttgart, 2000, ISBN 3-8001-3364-4
* Garcke: Illustrierte Flora, Verlag Paul Parey, 1972, ISBN 3-489-68034-0
* Sebald, Seybold, Philippi: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3314-8
* Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien, 1994, ISBN 3-8001-3461-6
* Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4
* Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3

