Blasrohr
Ein Blasrohr ist eine Waffe, die vornehmlich von Naturvölkern zur Jagd, im offenen Kampf oder als geräuscharmes Betäubungs- oder Tötungsinstrument benutzt wird.
Ein traditionelles Blasrohr besteht aus einem bis zu etwa 3 m langem Rohr aus Holz, Bambus oder ähnlichen Naturmaterialien, aus dem Geschosse ? z. B. (vergiftete) Pfeile oder Tonkugeln ? geblasen werden. Grundsätzlich werden Blasrohre auf zwei Arten angefertigt: Entweder unter Verwendung eines bereits bestehenden Rohres, z. B. aus Bambus, oder durch das zusammenfügen zweier Leisten, die zuvor der Länge nach mit einer Rille versehen wurden.
Viele Dayak-Stämme auf Borneo nutzten Blasrohre zum Kampf oder zur Jagd, wobei sie vor allem das Gift des Upasbaumes verwendeten.
Von manchen südamerikanischen Indianerstämmen werden die Hautsekrete des Pfeilgiftfrosches benutzt. Andere gewinnen aus bestimmten Lianen das berühmte Curare, um damit ihre Blasrohrpfeile zu bestreichen. Urwaldindianer jagen mit den Blasrohren Affen, die sie vom Boden aus von den Bäumen schießen.
Auch die nordamerikanischen Cherokee stellten Blasrohre her, mit denen sie Kaninchen oder andere kleine Tiere jagten.
Heutzutage wird das Blasrohr häufig von Tierärzten eingesetzt, um aus sicherer Entfernung Tieren Betäubungsspritzen (auch Medikamente) zu verabreichen. Gefährliche Tiere können so aus der Distanz behandelt werden. Auch kann durch die Verabreichung von Betäubungsmitteln oder Medikamenten durch das Blasrohr Stress beim Tier vermieden werden.
Blasrohre werden außerdem von vielen Menschen weltweit als Sportgeräte benutzt. Materialien für moderne Blasrohre sind z. B. Stahl-, Aluminium- und Kohlefaserrohre. Die Länge dieser Rohre kann bis zu zwei Meter betragen und der Querschnitt bis maximal 16 mm, wobei vor allem die Länge variieren und den eigenen Bedürfnissen angepasst werden kann. Beim Durchmesser scheinen 16 mm das Optimum und gleichzeitig das Maximum darzustellen.
Jedoch darf ein offizielles Tournierblasrohr in den meisten Ländern nicht über 1,21m lang sein, für diese Länge ist ein Innendurchmesser von 10mm aufgrund des dadurch geringeren Pfeilgewichtes besser geeignet.
im Allgemeinen gilt für
10mm Innendurchmesser 1,20m Länge
12 - 14mm Innendurchmesser ca. 1,40-1,60m Länge
16mm Innendurchmesser bis zu 2,20m Länge als optimal.
Die wahl des geeigneten Kalibers sowie der geeigneten Rohrlänge hängt vom Schützen sowie den verwendeten Pfeilen ab, Blasrohrschießen in Tournierdauer kann anstrengender sein, als man denkt, sodass oft ein etwas kleineres und damit leichteres Blasrohr bevorzugt wird.
Der Deutsche Blasrohr Sport Club (DBSC) befindet sich zwar noch in der Gründungsphase, jedoch ist bereits jetzt ein dazugehöriges Forum sowie eine Homepage in den letzten Monaten zu einer der besten Informationsquellen zum Thema Blasrohrsport in Deutschland geworden.
Blasrohre unterliegen nicht dem Waffengesetz und können somit selbst hergestellt oder unabhängig vom Alter und Erwerbsberechtigungen erworben werden.
Blasrohre werden häufig auch von Kindern als Spielzeug zum Verschießen von Papierkügelchen benutzt, allerdings werden hier in der Regel nur kleine Plastikrohre von maximal 30 cm Länge benutzt, etwa die Hüllen von ausgedienten Faserstiften oder dickere Strohhalme. Sofern die Projektile aus Papier bestehen, ist die Angelegenheit harmlos. Kommen hingegen Erbsen, spitze Pfeile, Softairkugeln o. ä. zum Einsatz, kann ein Blasrohr ernste Verletzungen (Augen!) verursachen. Auch ?paintballs?, die durchaus mit einem Blasrohr verschossen werden können, sind nicht als harmlos einzustufen.
Nicht zu unterschätzen sind auch die gesundheitlichen Aspekte des Blasrohrsports, bei regelmäßigem Training erweitert sich das Lungenvolumen merklich, wodurch die Kondition verbessert wird. Bei einigen Fällen von Atembeschwerden wird Blasrohrschießen sogar als Therapie angewendet, jedoch sollte dies besonders in den Fällen von
Aneurisma: Druckschwankungen im Thoraxbereich, evtl. Rupturgefahr.
Cor pulmonale: der Lungenwiderstand erhöht sich kurzfristig relativ stark, dadurch könnte Herz und Kreislauf entsprechend mehr belastet werden.
Asthma: wobei der Blasrohrsport sogar ein gutes Training für das bewusste Ausatmen bei einem Bronchiospasmus sein kann.
vorher mit dem Arzt abgesprochen werden.
my:Sumpitan

