Blankenburg (Harz)
Blankenburg (Harz) ist eine Stadt im Quedlinburg, südlich von Halberstadt und östlich von Wernigerode. Der Goldbach durchfließt Blankenburg.
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet umfasst die Ortsteile
• Helsungen
*Michaelstein
*Oesig
' target='blank'>Geschichte
Erste Siedlungsspuren finden sich bereits aus der Altsteinzeit].
Schon im 10. Jahrhundert besaß Blankenburg Stadtmauern.
[[1115 brachte der Sachsenherzog Lothar von Supplinburg seine Besatzungstruppen in Wernigerode, Ballenstedt und Blankenburg unter. Die erste urkundliche Erwähnung Blankenburgs geht aber auf das Jahr 1123 zurück. Der Herzog setzte Poppo, einen Neffen des Bischofs Reinhard von Halberstadt, als Grafen auf die Burg, die auf einem blanken Kalkfelsen an der Stelle des jetzigen Schlosses stand. Davon leitet sich auch der Name der Stadt ab.
Graf Poppo I. von Blankenburg entstammte sehr wahrscheinlich dem fränkischen Adelsgeschlecht der Reginbodonen. Seinen Nachkommen unterstand auch die nahe Burg_Regenstein. Diese war ebenso wie die auch Hartingau genannte Grafschaft Blankenburg ein Lehen des Bistums_Halberstadt.
1180/82 ließ Friedrich Barbarossa Blankenburg verwüsten. Der Grund war, dass Blankenburg sich der "Alleintreue" zum Welfen Heinrich_dem_Löwen verschwor. Eine nochmalige starke Zerstörung Blankenburgs fand 1386 statt, daraufhin wurde es bernischer Amtssitz.
Nach dem Tode des letzten Grafen von Regenstein, Johann Ernst, fiel die Grafschraft 1599 als "erledigtes Lehen" zurück an die Herzöge zu Braunschweig-Lüneburg.
Im Dreißigjährigen_Krieg wurde Blankenburg von Wallenstein hart bedrängt und 1625 besetzt. Neun im Rathaus eingemauerte Kanonenkugeln erinnern an diese für Blankenburg schwere Zeit.
Die Herzöge zu Braunschweig-Lüneburg machten den Ort im 17. Jahrhundert zu einer Nebenresidenz, die ihre Hochzeit unter Herzog Ludwig Rudolf (1690-1731), dem zweiten Sohn Anton Ulrichs von Wolfenbüttel, hatte. Rudolf erhielt Blankenburg 1707 als Apanage. Gleichzeitig wurde die Grafschaft Blankenburg zu einem Reichsfürstentum erhoben und bis 1731 selbständig regiert, dann aber, weil Ludwig Rudolf Herzog wurde, wieder mit Braunschweig vereint, bei dem es seitdem geblieben ist. Aus jener Zeit ist das jetzige Kleine Schloss mit dem barocken_Lustgarten überkommen; der Garten ist als Terrassengarten angelegt. Von 1807 bis 1813 gehörte Blankenburg zum Königreich Westfalen.
Im Siebenjährigen_Krieg gewährte die völlige Neutralität der Stadt dem braunschweigischen Hofe eine sichere Zuflucht. In Blankenburg wohnte auch Ludwig XVIII. nach seiner Flucht aus Dillingen unter dem Namen eines Grafen von Lille vom 24. August 1796 bis 10. Februar 1798.
Bei der Einteilung Deutschlands in Besatzungszonen 1945 wurde der Kreis Blankenburg zwar nach der Potsdamer Konferenz und dem Londoner Protokoll der britischen Zone zugeordnet; da der größere Ostteil des Kreises aber nur durch eine Straße und eine Schmalspurbahn mit dem Rest der britischen Zone verbunden war, wurde die Grenzziehung korrigiert und Blankenburg der sowjetischen Zone zugesprochen. Der Kreis gehörte somit später zur DDR und danach zum Land Sachsen-Anhalt. Der Hauptteil des ehemaligen Landes_Braunschweig kam zur britischen Zone und damit zu Niedersachsen.
Jüdisches Leben in Blankenburg
Am Ende des 12. Jahrhunderts verpfändete die Äbtissin von Quedlinburg abteiliche Güter an Blankenburger Juden. Diese scheinen zu der Zeit sowohl in Blankenburg, wie auch in Quedlinburg gewohnt zu haben. Vgl. Eberhard Brecht, Manfred Kummer: Juden in Quedlinburg. Halberstadt 1996, S. 7. Ob in Blankenburg im Mittelalter eine Synagoge existierte, ist offen.
In der Neuzeit existierte in Blankenburg jedoch keine Synagoge mehr. Samstags trafen sich mehrere jüdische Familien bei Chrons zum Sabbat, unter anderem die Familie des Kaufmanns Alexander Meyer, Moritz Westfeld und Conrad Hesse sowie Anna Ewh und Lydia Rhynarsewsky. Bereits im Gefolge der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurden Juden aus Blankenburg in verschiedene Lager deportiert. Bei der Volkszählung am 17. Mai 1939 waren noch zwölf jüdische Bürger registriert (davon 5 Männer).
Politik
Städtepartnerschaften
Herdecke, Nordrhein-Westfalen
Meerbusch, Nordrhein-Westfalen
Wolfenbüttel, Niedersachsen (Städtefreundschaft)
Georgsmarienhütte, Niedersachsen (Städtefreundschaft)
Wappen
Blasonierung: ?In Schwarz einen silbernen, auf einem gemauerten Sockel stehenden Turm mit in der Mitte ummauerter halbrunder, roter Toröffnung, oben von fünf Zinnen bekränzt; rechts begleitet von einem Schild in Silber mit nach links gewandter, vierendiger roter Hirschstange, links begleitet von einem silbernen Topfhelm mit zwei aufgesetzten, nach außen gewandten roten vierendigen Hirschstangen als Helmzier.?
Kultur und Sehenswürdigkeiten
bild:BlankenburgRathaus.jpg/'>Blankenburg: Rathaus
bild:BlankenburgSchloss.jpg|Blankenburg: Schloss
bild:Schloss Blankenburg.jpg|Barockgarten, im Hintergrund das Schloss Blankenburg
Bild:Großvaterfelsen.jpg|Blick vom Großvaterfelsen an der Teufelsmauer auf Blankenburg
* Südlich über der Stadt, auf dem Regenstein. Unterhalb des Regensteins befindet sich eine germanische Kultstätte Thingplatz und unweit davon die s.g. Regenstein Mühle.
* Des Weiteren ist die sogenannte Teufelsmauer eine bizarre Sandstein-Formation als geologisches Naturdenkmal Ziel von Wanderern.
Museen
thumb|Blankenburg_mit_Schloss_im_Hintergrund
* Das Museum der Stadt Blankenburg befindet sich im Kleinen Schloss, dem ehemaligen herzoglichen Lustschloss
* In Deutschland einzigartig, das Herbergsmueum. Es beherbergt eine weiterführende Materialsammlung sowie eine Bibliothek des Handwerks. In Zusammenarbeit mit der Zunft der rechtschaffenen_fremden_Gesellen, dem Rolandschacht, dem Fremden_Freiheitsschacht, der Gesellschaft der Freien_Vogtländer_Deutschlands, dem Schacht Axt und Kelle sowie dem Freien_Begegnungsschacht gibt es Auskünfte über die zünftige Walz der Gegenwart.
* Darüber hinaus gibt es die o.g. Burgruine Regenstein eine in den Fels gehauene Festungsanlage und das Kloster Michaelstein mit Kräutergarten und Instrumenten-Museum.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Otto von Bismarck (1815?1898), erster Deutsche Reichskanzler
Söhne und Töchter der Stadt
Julius von den Brinken (1789-1846), Forstmann
Robert_Hartmann (1832-1893), Naturforscher und Völkerkundler
Joachim Albrecht Eggeling (1884-1945), Gauleiter und Oberpräsident
Julius Elster (1854-1920), Physiker
Susi Erdmann (* 1968), Bobfahrerin
Friederike von Hannover (1917-1981), Ehefrau des griechischen Königs Paul
Toni Kater (* 1977), Musikerin
Robert Koldewey (1855-1925), Archäologe
Adolf Ledebur (1837-1906), Metallurge
Manuela Lutze (* 1974), Sportlerin
Joseph von Radowitz (1797-1853), General und Politiker
Kurt Ranke (1908-1985), Volkskundler, Germanist, Altertums- und Erzählforscher
Oswald Spengler (1880-1936), Philosoph
August Winnig (1878-1956), Gewerkschafter, Schriftsteller, Oberpräsident in Ostpreußen
Personen, die vor Ort gewirkt haben
Hans Geitel (1855-1923), Physiker
Elisabeth Gnauck-Kühne (1850-1917), Frauenrechtlerin
Georg_Ernst_Ludwig_(Ernst)_Hampe (1795-1880), Botaniker
Tatjana Hüfner (* 1983), Rennrodlerin
Hermann Mertz von Quirnheim (1866-1947), bayerischer Generalmajor und Präsident des Reichsarchivs
Johann Georg von Langen (1699-1776), Forst- und Oberjägermeister des Herzogs
Johann Elias Olfermann (1776-1822), Generalmajor
Albert Schneider (1838-1910), bedeutender Ingenieur
Literatur
* Leibrock: Chronik der Stadt und des Fürstentums Blankenburg. ? Blankenburg, 1864
* Bernhard Kiekenap: Spuren des Löwen - Geschichte und Tradition in Braunschweig und Blankenburg. ? Braunschweig: Appelhans Verlag, 2002
* Heinz A. Behrens: Das Ende einer Dynastie/Zum 400. Todestages des Grafen Johann Ernst von Regenstein. Verlag Dr. Bussert & Stadeler, Jena Quedlinburg 1999, ISBN 3-932906-18-7 (Wegner, Hartmut)
* Heinz A. Behrens: Zwischen Herrschaftsanspruch und Schuldendienst/Beiträge zur Geschichte der Grafschaft Regenstein. Verlag Dr. Bussert & Stadeler, Jena Quedlinburg 2004 ISBN 3-932906-48-9
* Heinz A. Behrens: Die Münzen der Grafschaft Blankenburg-Regenstein. Verlag Dr. Bussert & Stadeler, Jena Quedlinburg 1999, ISBN 3-932906-03-9 (U.E.G. Schrock, Jürgen Denicke)
Quellen
Weblinks
• Stadt Blankenburg (Harz)lmo:Blankenburg am Harz

