Black Spider
Black Spider (deutsch "Schwarze Spinne") ist der Name von zwei verschiedenen fiktiven Charaktern, die in Comics des US-amerikanischen Verlegers DC auftreten, vor allem in solchen, die unter dem Batman-Label erscheinen. Die ursprüngliche Version dieses Charakters (Black Spider 1) wurde von dem Autoren Gerry Conway und dem Zeichner Ernie Chan geschaffen und debütierte in dem Comicheft Detective Comics Nr. 463 von 1976. Eine neuere Version (Black Spider 2) schufen der Autor Doug Moench und der Zeichner Kelly Jones für das Heft Batman 518 von 1995. Black Spider 1 gilt als der erste afroamerikanische Schurke, der in Superhelden-Comics des DC-Verlages auftrat. Beide Figuren sind als Berufsverbrecher beziehungsweise Selbstjustiz übender Vigilant Teil von Batmans Schurkengallerie.Black Spider 1 (Eric Needham)
Eric Needham war ursprünglich ein kleiner Gauner, der sich nach dem frühen Tod seiner Mutter von seinem seelisch zerrütteten, alkoholkranken Vater vernachlässigt, dem Verbrechen zuwandte. Er wurde erstmals zu einer dreijährigen Gefängnisstrafe verurteilt, nachdem der eine alte Frau auf offener Straße überfallen und beinahe getötet hatte. Im Gefängnis kam er erstmals mit Drogen in Berührung und wurde süchtig.
Nach seiner Entlassung begann er eine Beziehung mit einer ebenfalls drogensüchtigen jungen Frau namens Linda Morrel. Die beiden hatten einen gemeinsamen Sohn namens Michael. Um seine Sucht zu finanzieren betätigte Needham sich weiterhin als Einbrecher und Überfallräuber. Sein bevorzugtes ?Betätigungsgebiet? war dabei der ihm vertraute Stadtbezirk, in dem er aufgewachsen war. Bei einem seiner Diebeszüge - einem Überfall auf ein Spirtuosengeschäft - , schoss Needham in Panik verfallen, einen Kunden, einen alten Mann nieder, der versuchte, ihm seine Waffe zu entreißen. Unmittelbar nach dem Abfeuern der tödlichen Schüsse erkannte er den Mann als seinen eigenen Vater.
Über sein eigenes Handeln entsetzt, floh er. In seiner Verzweiflung wies er die Schuld für sein Tun den Drogendealern zu, die ihn süchtig gemacht hatten. Er schmähte sie fortan in privater Runde als ?Schmeißfliegen? und sann auf Rache: die Bezeichnung Schmeißfliegen brachte ihn schließlich auf die Idee, sich als der größte Feind der Fliege, als Spinne, zu maskieren und so verkleidet den Verantwortlichen für sein Leiden nachzustellen.
Er kleidete sich in ein eng anliegendes lila-orange Kostüm (Bodysuit), montierte ein Miniaturgeschütz an seinen Handschuhen, an der Oberseite seines Handgelenks, mit dem er kleine Pfeile (?Spinnenstachel?) abfeuern konnte, und streifte eine Spiderman-ähnliche Maske über, um so verkleidet den organisierten Drogenschmuggel und -verkauf zu bekämpfen.
Durch die systematische Ermordung zahlreicher Drogendealer in Gotham City, wurde der selbsternannte ?Beschützer? dieser Stadt, Batman, auf den Plan gerufen. Nach mehreren Auseinandersetzungen, bei denen Needham jedes Mal entkommen konnte, schien es schließlich so, als sei Needham bei der Detonation einer von ihm selbst gelegten Bombe ums Leben gekommen, als er versuchte einen Verkehrszug zu sprengen, in dem sich ein Drogendealer befand.
Schwer verletzt gelang es ihm jedoch, eine Privatklinik zu erreichen. Nach langen Monaten der Erholung mit mehreren Operationen und einer Therapie konnte er nahezu vollständig genesen. Die immensen Kosten seiner Behandlung übernahm nachträglich ein scheinbar wohltätiger Finanzier namens Hannibal Hardwicke, der Needham ermutigte, seine Jagd auf die Dealer von Gotham wieder aufzunehmen (US-Batman 306, 1978).
Tatsächlich hatte Hardwicke, der selbst der Anführer eines Drogenkartells war, die Absicht, Black Spider zu instrumentalisieren, um sich so die noch verbliebene Konkurrenz vom Halse zu schaffen und den danach nutzlos gewordenen Needham zu töten. Als Needham dies zufällig herausfand, geriet Hardwicke selbst auf die Abschussliste der Schwarzen Spinne und überlebte nur durch das erneute Eingreifen Batmans, der Needham schließlich zur Strecke brachte.
Bei zwei Massenausbrüchen aus dem Gothamer Gefängnis (Detective Comics 526 [1982] und Batman 400 [1986]) gelang auch Needham die Flucht. Bei der Wiederaufnahme seines Kampfes gegen den Drogenhandel in Gothams geriet Black Spider in Konflikt mit einer Bande besonders skrupelloser Drogenhändler: diese ermordeten, um Needham zu treffen, dessen Frau und Sohn, mit der Folge, dass der eines Lebenssinns beraubte Black Spider sich selbst bei einem Selbstmordangriff auf dem Versteck der Drogenhändler mit Plastiksprengstoff in die Luft jagte und sich selbst und die Dealer tötete (US-Batman: Shadow of the Bat 5, 1992).
Nach seinem Tod verschlug es Needham in die Unterwelt (Underworld Unleashed 2, 1995). In dem surrealistischen Erwachsenen-Comic Sandman aus dem Major-Reader-Label Vertigo des DC-Verlages, wurde Needham in der Ausgabe Sandman 23, sowie alle anderen Toten auch von Luzifer wieder zum Leben erweckt und konnte, wie einige andere Wiedergänger auch, auf die Erdoberfläche zurückkehren. Anders als die anderen Flüchtlinge aus der Unterwelt durfte er auf der Erde verbleiben (Sandman 28) - nachdem er, wie es scheint, einen unheiligen Pakt mit der Unterwelt geschlossen hatte. Mit der Zeit scheint er sich zu einem erfolgreichen Geschäftsmann entwickelt zu haben, wiewohl die Details seiner Geschäfte nach wie vor im Dunkeln liegen.
Zuletzt sah man ihn als häufigen Besucher eines von Luzifer selbst geleiteten Nachtklubs (Sandman 57 und 59).
Black Spider 2 (Johnny LaMonica)
Der Name Black Spider überdauerte Needhams Ableben jedoch, als ein Auftragskiller im Dienste des Gothamer Mobs namens Johnny LaMonica ihn sich als Nome de guerre aneignete.
LaMonica war ein egomanischer Narzisst, der es zutiefst verabscheute, sein hübsches Gesicht durch eine Maske zu verdecken. Dennoch maskierte er sich mit einer strumpfmaskenähnlichen Gesichtsmaske, die entfernt einem Spinnenkopf ähnelte. Ansonsten trug er jedoch kein Kostüm, sondern normale Straßenkleidung (schwarze, metallnietenbesetzte Lederjacke, Jeans, Motorradstiefel). LaMonica ging diesen Kompromiss ein, um in die Bruderschaft der Falschen Gesichter, ein Gothamer Verbrechersyndikat, aufgenommen zu werden, das jedes seiner Mitglieder dazu verpflichtete, nach dem Eintritt eine Maske zu tragen, um sich so gleichsam eine neue Identität anzueignen.
Dabei handelte er im Auftrag einer konkurrierenden Bande, die hoffte, die Bruderschaft auf diese Weise von innen heraus infiltrieren zu können.
LaMonicas Primärziel war es dabei, den Anführer der Bruderschaft, den sektiererischen Soziopathen Roman Sionis alias Black Mask, zu ermorden. Nachdem diese Schwarze Spinne bereits mehrere von Sionis Bandenmitgliedern getötet hatte, verhinderte Batmans Eingreifen, dass sie ihren Auftrag zu Ende bringen konnte: Sionis entkam, während LaMonica im Zweikampf mit Batman besiegt wurde.
Dabei stürzte der Killer in die Scherben eines zerbrochenen Spiegels, wobei sein ehemals makelloses Gesicht vielfach zerschnitten wurde und als ein ?Netz aus Narben? zurückblieb (US-Batman-Ausgaben Nr. # 518-519, 1995). Danach wurde LaMonica ins Blackgate-Gefängnis verbracht in der er eine Zelle mit Val Kaliban (alias Spook) teilte (Gotham Knights # 46 [?]). LaMonica wurde später in einer Schießerei mit den Detectives Renee Montoya und Crispus Allen von dem letzteren tödlich verwundet (Gotham Central #23, 2004).
Die Figur Johnny LaMonica ist nach Doug Moenchs gleichnamigen Nachbarn benannt, dessen Namen der Autor als besonders wohlklingend empfand.
Black Spider 3 (Derrick Coe)
Nach LaMonicas Ableben wurde das "Black Spider"-Franchise von einem Mann der sich nur als Calculator bezeichnet an Derrick Coe verkauft. Coe trat in den Dienst des kriminellen Zusammenschlusses "The Society". Bei einer Auseinandersetzung mit den Birds of Prey wurde er von Saviant aus einem Fenster gestoßen und ist seitdem verschollen.

