Sechseläuten
Sechseläuten, Zürichdeutsch: Sächsilüüte ist ein Frühlingsfest in Zürich. Es findet Mitte April statt. Im Mittelpunkt des Festes steht die Figur Böögg, ein künstlicher Schneemann, der den Winter personifiziert.
Das Fest
Kinderumzug
Am Sonntag vor dem Sechseläuten findet der seit 1862 veranstaltete Kinderumzug statt. An diesem können alle Kinder zwischen fünf und fünfzehn Jahren teilnehmen, die eine Tracht oder eine Uniform tragen.
Umzug der Zünfte
Am Montag-Nachmittag findet der Zug der Gesellschaft zur Constaffel und der 25 Zürcher Zünfte statt. Rund 3500 Zünfter in ihren farbenfrohen Kostümen, Trachten und Uniformen, ihre Ehrengäste, über 350 Reiter, rund 50 ausschliesslich von Pferden gezogene Wagen und gegen 30 Musikkorps ziehen im Kontermarsch durch die Bahnhofstrasse und das Limmatquai zum Sechseläutenplatz beim Bellevue. Die Zugsordnung wird jährlich im November durch die Delegierten des Zentralkomitees der Zünfte Zürich (ZZZ) ausgelost. Die Zünfte zum Weggen, zum Kämbel und Wiedikon stehen dabei auf Grund ihrer grossen Reitergruppen in einem definierten Rotationsmodus an erster respektive letzter Stelle im Zug. Angeführt wird der Zug der Zünfte jeweils von der Stadtpolizei Zürich, dem ZZZ, den Gemeindebannern und des Gastkantons. Zünfter und Ehrengäste werden von den Zuschauern mit Blumen und Küsschen beschenkt.
Böögg-Verbrennung
Um 18 Uhr wird der Böögg verbrannt, auch wenn die letzten Zünfte meist noch nicht am Festplatz eingetroffen sind. Der Böögg steht auf einem grossen Scheiterhaufen in der Mitte der Grünfläche auf dem Sechseläutenplatz. Während dieser brennt, reiten die Reitergruppen der verschiedenen Zünfte -in der Umzugsreihenfolge- mehrmals um den Böögg. Je schneller der mit Ritter und Edelleute/'>Eisenwaren-, Lebensmittel- und Gewürzhändler
/'>1336
|Zunfthaus Zur Saffran
|[http://www.saffran.ch/ Homepage]
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|Zunft zur Meisen
|Zunft der Sattler und Maler
|1336
|Zunfthaus Zur Meisen
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|Zunft zur Schmiden
|Zunft der Eisen-, Kupfer-, Silber- und Goldschmiede, Kannengiesser, Schlosser, Uhrmacher, Glockengiesser, Spengler und Ärzte (Bader und Scherer)
/'>1336
|Zunfthaus Zur Schmiden
|[http://www.schmiden.ch/ Homepage]
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|Zunft zum Weggen
|Zunft der Schuhmachern
|1336, Vereinigung der beiden Zünfte 1877
/'>Hotel Savoy
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|Zunft zum Widder
|Zunft der Maurer, Wagner, Drechsler, Holzhändler, Steinmetze, Hafner und Rebbauern
| 1336
|Zunfthaus Zur Zimmerleuten
|[http://www.zimmerleuten.ch/ Homepage]
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|Zunft zur Schneidern
|Zunft der Tuchausrüster, Kürschner und Schneider
/'>1336
|Zunfthaus Zum Königstuhl
|[http://www.schneidern.ch/ Homepage]
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|Zunft zur Schiffleuten
|Zunft der Wollweber, Hutmacher, Leinenweber und Leinenhändler
/'>1336, Vereinigung mit der Zunft der Wollweber und der Zunft der Leinenweber Riesbach
/'>1895
/'>(nur am Sechseläuten): Kunsthaus Restaurant
|[http://www.zunftfluntern.ch/ Homepage]
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|Zunft zu den Drei Königen
|Zunft des Quartiers Hottingen
|1897
|Zunfthaus Am Neumarkt
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|Zunft zu Wiedikon
|Zunft der Quartiers Wiedikon
/'>1897
|Gasthof zum Falken/Falcone
|[http://www.zunft-zu-wiedikon.ch/ Homepage]
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|Zunft Wollishofen
|Zunft des Quartiers Aussersihl und Hard
|1922
/'>Restaurant Werdguet
|[http://www.zunfthard.ch/ Homepage]
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|Zunft Oberstrass
|Zunft des Quartiers Affoltern, Oerlikon und Seebach
|1933
/'>Restaurant Carlton
|[http://www.zunft-st-niklaus.ch/ Homepage]
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|Zunft Höngg
|Zunft des Quartiers Altstetten und Albisrieden
/'>1934
|Restaurant Letzistube/Zum Turm
|[http://www.zunft-zur-letzi.ch/ Homepage]
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|Zunft Schwamendingen
|Zunft des Quartiers |Zunft des Quartiers Witikon
/'>Fastnacht und der Frühlingsfeste (Austreiben des Winters, Märzen- und Osterfeuer, Feier der Tagundnachtgleiche, Maibräuche) mit den Umzügen der Zünfte (Aschermittwochumzug der Metzger; Umzug der Schmidenzunft am Hirsmontag, sechs Wochen vor Ostern).
Zum Zeichen des Frühlings ist in Zürich am ersten Montag, welcher auf die Tagundnachtgleiche folgte, abends um 6 Uhr das erste Mal die Feierabendglocke beim Grossmünster geläutet worden, was Anlass für das Frühlingsfest war. Das Verbrennen eines Bööggs vor der Lindenhofmauer am Abhang gegen die Limmat fand schon im 18. Jahrhundert statt. Der "Böögg" war ursprünglich eine vermummte Schreckgestalt; diese Bezeichnung ist in Zürich schon seit dem 15. Jahrhundert belegt. Bööggen sind Larven tragende oder sonst vermummte Personen, die Kinder erschrecken, Unfug treiben oder bettelnd durch die Strassen ziehen.
Im frühen 19. Jahrhundert verbrannten Buben im Kratzquartier (Fraumünsterquartier) Strohpuppen zur Zeit der Tagundnachtgleiche im Frühjahr. Aus dem Sechseläutenfeuer im Kratz, das seit 1868 ein Anwohnerverein organisierte, entwickelte sich die heutige Verbrennung des Bööggs. Auch verschiedene weitere Private verbrannten ihren Böögg, so z.B. brachten 1873 die Zöglinge der Zürcher Blinden- und Taubstummenanstalt eine von ihnen aus alten Kleidern und Stroh gebastelte Figur, die sie als Dieb bezeichneten, vor ihren Direktor und verbrannten sie nach dessen Urteilsspruch am Sechseläutentag.
Wurden im 19. Jahrhundert als verschiedenste Figuren an verschiedenen Orten "hingerichtet", kennt das 20. Jahrhundert nur mehr die Vernichtung eines Schneemanns, der den Winter symbolisiert. Seit 1902 wurde der Böögg auf dem Platz der 1897 abgebrochenen alten Tonhalle verbrannt; 1947 hat der Stadtrat den Tonhalleplatz in Sechseläutenplatz umbenannt. Nur ein Mal ist im 20. Jahrhundert die Verbrennung nicht gelungen: 1923 war der Regen zu stark.
Da Frauen im offiziellen Sechseläuten-Umzug mit Ausnahme offiziell geladener Gäste seit 1952 nicht mehr mitmarschieren dürfen,Tages Anzeiger, 12. April 2007 organisiert die Gesellschaft zu Fraumünster'' (Frauenzunft) einen eigenen Umzug, der eine halbe Stunde vor dem Zug der Zünfte auf der gleichen Route stattfindet.
Sabotage
* 1921 wurde der Böögg frühzeitig von einem Knaben angezündet. Es heisst, dass Kommunisten ihn dazu angestiftet hatten.
* 2006 wurde der Böögg von der Fertigungstätte in Stäfa entwendet. Ein Bekennerschreiben wurde von der Gruppe «1. Mai - Strasse frei» hinterlegt. Am Sechseläuten kam ein Ersatzböögg zum Einsatz, der eigentlich für den Kinderumzug gedacht war. Der originale Böögg tauchte an der Erst-Mai-Feier am Helvetiaplatz wieder auf, verschwand später wieder. Einen Tag danach, am 2. Mai, wurde er von der Zürcher Kantonspolizei in einem Bunker eines Schulhauses in der Zürcher Innenstadt gefunden und in der Stadtgärtnerei untergebracht. Von dort ist er am 21. Mai zum zweiten Mal entwendet worden.
Unfälle
* 1993 fiel der Böögg vom Stapel, bevor der Kopf explodierte. Helfer warfen den Kopf darauf ins Feuer.
Weitere Sechseläuten
Seit 2004 existiert auch im ebenfalls Zürcherischen Bassersdorf ein Sechseläuten. Der Partneranlass im kleineren Bassersdorf erfreut sich grosser Beliebtheit und wurde die ersten drei Male illegal durchgeführt.
Siehe auch
Sechseläutenmarsch
Sommeranomalie
Weblinks
• Zentralkomitee der Zünfte Zürichs - Offizielle Sechseläuten-Site
• MeteoSchweiz zur Vorhersagegüte des Bööggs
• Gesellschaft zu Fraumünster - Site der Gesellschaft zu Fraumünster
• Zentralkomitee der Bassersdorfer Zünfte - Die Seite des Bassersdorfer Sechseläutens

