Blériot XI
Die Blériot XI war ein einsitziges Flugzeug des französischen Luftfahrtpioniers Louis Blériot.
Verwendung
1908 wurde von Louis Blériot sein erfolgreichstes Modell, die Blériot XI, ein Eindecker, entworfen. Zuvor hatte der ehrgeizige französische Luftfahrt-Pionier fast ein ganzes Jahrzehnt sein gesamtes Vermögen in die Entwicklung eines einsatzfähigen Flugzeuges investiert.
Im Jahre 1909 ersetzte er den 23 PS Motor durch einen 25 PS Motor und stellte am 26. Juni 1909 einen europäischen Flugdauerrekord von 36 Minuten und 55 Sekunden auf. Einen Monat später gelang ihm der Flug über den Ärmelkanal und er wurde international berühmt. Als Folge dieses Überfluges entstand eine große Nachfrage nach diesem Modell.
Ende 1913 hatte Blériot bereits 800 Maschinen ausgeliefert. Hinzu kamen zahlreiche Lizenzbauten in Italien und Großbritannien (Humber-Company). Zu Anfang des Krieges wurde die Blériot sogar als Aufklärungs- oder Artilleriebeobachtungsflugzeug kurzfristig eingesetzt, da sie dem Beobachter ein gutes Sichtfeld bot.
1915 wurden aber die Blériot XIs vom Frontdienst abgezogen und dienten nur noch als Schulungsflugzeuge wie in der Flugschule in Issy-les-Moulineaux.
Aufbau
Die Maschine bestand aus einem Eschenrumpf, stabilisiert mit Stützstreben und einer Verspannung, die Tragflächen waren aus Holz. Das Hauptfahrwerk bestand aus den zwei großen Rädern eines Fahrrades, ergänzt durch ein kleineres Heckrad, angebracht unter dem hinteren Rumpfdrittel.
Beim Erstflug war die Maschine mit einer zusätzlichen Stabilisierungsflosse auf dem vorderen Teil des Rumpfes ausgestattet, die Blériot jedoch mangels Effektivität wieder entfernte.
Angetrieben war die XI zu dieser Zeit mit einem R.E.P.-Flugmotor mit einer Leistung von 21 kW (28 PS), der aber vor dem zweiten Flug, der am 27. Mai 1909 stattfand, gegen einen Anzani-Motor mit 18,4 kW (25 PS) ausgetauscht wurde.
Wirtschaftlicher Erfolg
Vor dem historischen Kanalflug brach Blériot mit dieser Maschine noch verschiedene Langsteckenrekorde.
Der Flug über den Ärmelkanal leitete eine erhebliche Nachfrage nach der XI ein; so konnte Blériot von diesem Flugzeug allein im Jahr 1913 ca. 800 Stück bei einer Gesamtproduktion französischer Flugzeuge von ca. 1.300 Stück verkaufen. Um die Nachfrage befriedigen zu können, ließ er das Flugzeug auch von Subunternehmern produzieren.
Schon bald interessierten sich auch verschiedene Luftwaffen für Blériots Maschine. So wurde die XI in den Jahren 1911 und 1912 von der italienischen Luftwaffe in der Cyrenaika und in Libyen gegen die Türkei eingesetzt.
Aus der XI entwickelte Blériot ein zweisitziges Modell mit vergrößerten Abmaßen und erheblich stärkerer Motorisierung, XI-2 genannt. Von der Bleriot XI-2 wurden 104 Maschinen in Großbritannien und 70 in Italien in Lizenz gefertigt. Mit der Bleriot XI-2 wurden mit Beginn des Ersten Weltkrieges erstmals von Hand kleine Bomben und Fliegerpfeile auf Bodenziele abgeworfen.
Beide Ausführungen waren zu Beginn des Ersten_Weltkrieges bei der Armée de l'air in Dienst. Mittlerweile wurde die XI auch in Lizenz in Italien und in England gebaut.
Anfang des Jahres 1915 waren die meisten XI aus dem Dienst in den ersten Linien entfernt und hauptsächlich in Flugschulen im Einsatz.
Technische Daten
{||Blériot XI-2
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! Kenngröße
! Daten
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| Länge || 8,45 m
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| Flügelspannweite || 10,25 m
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| Höhe || 2,50 m
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| Tragflügelfläche || 23,00 m²
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| Leermasse || 349 kg
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| maximale Startmasse || 625 kg
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| Antrieb
| Ein Gnome-7B-Umlaufmotor mit 52 kW (70 PS)
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| Höchstgeschwindigkeit || 106 km/h in Meereshöhe
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| Flugdauer || 3,5 Std.
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| Besatzung || 2 Mann
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| Bewaffnung || keine, die Besatzung warf jedoch Granaten und 1918 von dem schwedischen Flugzeughersteller Dr. Enoch Thulin in Lizenz gebaut wurde.
Drei verschiedene Ausführungen der XI sind z.B. im Musée de l'Air et de l'Espace am Flughafen Le Bourget zu sehen.
Siehe auch
Liste von Flugzeugtypen
• Mikael Carlson Flying Machines

