Blå Jungfrun
Die unbewohnte schwedische Insel Blå Jungfrun liegt im nördlichen Kalmarsund, zwischen der Ostseeküste und der Nordspitze der Insel Öland. Obwohl die Insel nur einen Durchmesser von einem Kilometer hat, ist sie sehr abwechslungsreich. Sie besteht aus vom Eis polierten Granitklippen und großen verblockten Gebieten. Der Granit erhielt aufgrund seiner roten Farbe den Namen Jättegryta (Riesengrütze). Während der nördliche Teil schroff und kahl ist, ist der südliche Teil flacher und mit Laubwald bewachsen.
Auf der Insel gab es nie eine sesshafte Bevölkerung. An Säugetieren gibt es nur Hasen und Fledermäuse. Die Gryllteiste ist der für die Insel typische Vogel. Eine artenreiche Flechtenflora macht die Inselvegetation interessant.
Die Insel hatte im schwedischen Hexenglauben die selbe Stellung wie der Brocken in Deutschland. Deshalb erhielt sie auch den Beinamen Blåkulla, eine Abwandlung des deutschen Begriffes Blocksberg. Im Gegensatz zu Deutschland sollen die Hexen hier am Gründonnerstag und nicht in der Walpurgisnacht zusammen mit dem Teufel tanzen. Seefahrer haben den Platz lange gemieden und es existiert eine Vielzahl von Geschichten.
Die Insel ist mit dem Schiff von Oskarshamn auf dem Festland oder von Byxelkrok auf Öland aus erreichbar; auf ihr befindet sich der gleichnamige Nationalpark Blå Jungfrun.

