BLS RBDe 565
Die Triebwagen der Baureihe RBDe 565 mit den zugehörigen Steuer- und Zwischenwagen sind Eisenbahnzüge die im Regionalverkehr der Schweizer Bahngesellschaft BLS_AG eingesetzt werden.
Typenübersicht
Die RBDe 565 wurden gemeinsam mit der Bodensee-Toggenburg-Bahn (BT) entwickelt. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) verlangte als Bedingung für die Gewährung von Bundesbeiträgen die Koordination ähnlicher Beschaffungsbedürfnisse. So schlossen sich auch die Chemins de fer Fribourgeois Gruyère-Fribourg-Morat (GFM) und die Chemin de fer Régional du Val-de-Travers (RVT) der Beschaffungsgruppe an, später kam noch die EBT-Gruppe dazu.
Währenddem der Triebwagen von BLS und BT sehr ähnlich ist, blieb die BLS bei Zwischen- und Steuerwagen beim althergebrachten Einheitswagenprinzip mit Endeinstiegen, Schraubenfedern und Klotzbremsen, währenddem die BT Doppeleinstiege bei den Drittelspunkten anordnete und luftgefederte Drehgestelle mit Scheibenbremsen einbaute. GFM und RVT liesen den Triebwagen mit zwei Führerständen ausrüsten. Die erste Serie kam 1982, auf die Einführung des Taktfahrplans hin in Betrieb. Bei den zwei Nachbeschaffungen 1984/85 und 1991/92 wurden dann nur noch Triebwagen von der BLS-Ausführung mit einem Führerstand beschafft.
Diese Fahrzeuggruppe wird heute meist als Privatbahn-NPZ bezeichnet, einen anderen eindeutigen Familiennamen gibt es nicht. Zur Familie gehören - mit heutigen Bezeichnungen - folgende Fahrzeuge:
* 22 BLS RBDe 565
* 13 BLS RBDe 566 II ex RM ex EBT-Gruppe
* 4 TPF-TRN RBDe 567 ex GFM und RVT mit zwei Führerständen
* 4 TPF-TRN RBDe 567 ex GFM und RVT mit einem Führerstand
* 6 SOB RBDe 566 ex BT mit tieferliegendem Wagenübergang, anfänglich als RABDe 4/12 bezeichnet
Total 49 Triebwagen mit gleicher Leistung und Höchstgeschwindigkeit
Schon vor den NPZ koordinierte das Eidgenössische Amt für Verkehr (EAV), das heutige BAV, gruppierte Beschaffungen von Triebfahrzeugen:
* 15 Hochleistungstriebwagen für BT, SOB und EBT-Gruppe (BDe 576)
* 12 EAV-Triebwagen etwa halber Leistung für MThB, MO, RVT, GFM und WM (heute Thurbo, TMR, TRN, TPF und BDWM)
* 7 Nebenbahntriebwagen geringer Leistung und Höchstgeschwindigkeit für Sihltalbahn (heute SZU) und CJ
Die NPZ_der_SBB (und TRAVYS sowie SOB) sind Weiterentwicklungen der Privatbahn-NPZ mit folgenden Hauptunterschieden: Höchstgeschwindigkeit 140 km/h (statt 125 km/h), Vielfachsteuerung IIId (Befehlsgebersteuerung statt Charakteristiksteuerung), keine Abteiltüren (dadurch Lüftungsmodul auf dem Dach) und modifizierte Front.
Beschaffung
Die zur damaligen BLS-Betriebsgemeinschaft gehörenden Bern-Neuenburg-Bahn (BN), Gürbetal-Bern-Schwarzenburg-Bahn (GBS) und Spiez-Erlenbach-Zweisimmen-Bahn (SEZ) standen Ende der 1970er-Jahre vor dem Problem überalterter Fahrzeugflotten. Es standen der gesamten Betriebsgemeinschaft nur 24 Triebwagen zur Verfügung, die teilweise schon über 40 Jahre alt waren.
Aufgrund dieses überalterten Fahrzeugparks bestellte die BLS-Betriebsgemeinschaft im Jahr 1979 insgesamt 10 Pendelzugseinheiten. Zwei davon wurden (für die SEZ) vierteilig, fünf dreiteilig und drei zweiteilig bestellt, von Anfang an war aber vorgesehen, auch EW I als Zwischenwagen zu verwenden. Die Zügen wurden von BBC (elektr. Ausrüstung), SWS (Steuer- und Zwischenwagen sowie Triebdrehgestelle) und SIG (Wagenkasten des Triebwagens) gefertigt. Ab Herbst 1981 wurden die Zwischenwagen ausgeliefert und in der ersten Hälfte 1982 die Trieb- und Steuerwagen.
Bereits 1984/85 wurde eine zweite Serie von 8 Pendelzügen ausgeliefert. Änderungen wurden nur in Details vorgenommen, von aussen auffalend ist der Verzicht auf Schürzen, innen kamen rot bezogene Einzelsitze statt blau (für Nichtraucher) und rot (für Raucher) bezogene Sitzbänke zum Einbau, die Trennwand in den 6 Zwischenwagen verkleinerte das damalige Raucherabteil von 5 auf 4 Fenster.
Schliesslich kamen 1991/92 weitere 4 Trieb- und Steuerwagen in Betrieb, als Zwischenwagen kam nun eine wachsende Flotte von EW I mit aussenbündigen Türen zum Einsatz.
Das beschaffte Rollmaterial erhielt die folgenden Betriebsnummern:
Trieb- und Steurwagen werden bis heute, von kleinen Ausnahmen abgesehen, gemäss Ablieferung eingesetzt, also z.B. 722-955, 730-992, 736-989, 742-996.
Pflichtenheft
Diese neu bestellten Triebzüge mussten folgende Pflichten erfüllen
* Ergänzung der Kompositionen mittels eines weiteren Zwischenwagens möglich
* Vielfachsteuerung bis zu drei Einheiten möglich
* Bestehende Einheitswagen müssen in den Zugverbund eingeordnet werden können
* Die Züge müssen in allen vorkommenden Zugskategorien (Nah-, Regional-, Fern- und Ausflugsverkehr) und auf allen Strecken frei eingesetzt werden können.
* Abstellmöglichkeiten in den Vorräumen
* Einstiege mit Klapptritt und einer Einstiegshöhe von 1030 mm
* grosse Sitzabteile und komfortabler Innenausbau für den Schnellzugs- und Ausflugsverkehr
Veränderungen im Laufe der Zeit
Durch den Zusammenschluss von BLS, SEZ, GBS und BN entstand 1997 die VIDEO-NEWS UND ANGEBOTE

