Bitterer Reis
Bitterer Reis ist ein italienischer Film von Giuseppe De Santis aus dem Jahr 1949 und wird dem Italienischen_Neorealismus zugeordnet. Er schildert nicht nur die amourösen Verwicklungen zwischen zwei Paaren, sondern zeigt vor allem auch ein Beispiel für den Klassenkampf in einer Gesellschaft, die durch weit verbreitete Armut geprägt ist und sich noch lange nicht vom Zweiten_Weltkrieg erholt hat.
Handlung
Um unterzutauchen, begibt sich Francesca, die Geliebte des Ganoven Walter, mit Hunderten von Saisonarbeiterinnen zur Reispflanzung in die Poebene. Walter folgt ihr, doch Francesca weist ihn ab. Mit falschen Versprechungen gewinnt er Silvana, eine der Helferinnen, als Komplizin für seinen Plan, den für die Bezahlung der Arbeiterinnen vorgesehenen Reis zu stehlen. Als Silvana ihn durchschaut, ist es bereits zu spät.
Bemerkenswertes
Der Schenkel-Skandal
Die Arbeiterinen im Reisfeld raffen ihre Kleider, um sie nicht mit Schlamm zu beschmutzen. Dadurch sind in etlichen Szenen weibliche Oberschenkel zu sehen, was im heute vergleichsweise prüden Jahr 1949 noch als unerhört galt. Nicht nur aus heutiger Sicht kann vermutet werden, daß dahinter die Absicht steckte, dem Film Publicity zu verschaffen, zumal die Hauptdarstellerin im Reisfeld sogar ihre Strümpfe anbehält, was vom textilen Standpunkt her ganz bestimmt nicht sinnvoll ist. Silvana Mangano wurde dadurch jedenfalls zu einem der ersten Sex-Symbole der Nachkriegszeit.
Tanz und Musik
Der Film enthält einige Boogie-Woogie-Tanzszenen, die durch ihre leidenschaftliche Ausdruckskraft bestechen. Auch der Gesang der Arbeiterinnen demonstriert Lebensfreude unter härtesten Arbeitsbedingungen.
Fehler
Es zieht sich ein weit verbreiteter Irrtum durchs Internet, nämlich der, dass der Film angeblich während der Reisernte spielt. Tatsächlich findet die Handlung während der Pflanzung im Mai statt. Der im Lager vorhandene Reis stammt aus dem Vorjahr und ist zur Bezahlung der Frauen vorgesehen. Jede Arbeiterin soll davon 1 kg pro Arbeitstag erhalten.
Weblinks
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• Skandalfoto: Silvana Mangano

