Kurt Bittel
Kurt Bittel (5. Juli 1907 in Heidenheim an der Brenz; ? 30. Januar 1991 in Heidenheim an der Brenz) gilt als einer der international bekanntesten deutschen Prähistoriker. Als Präsident des Deutschen_Archäologischen_Instituts (DAI) und Ausgräber der hethitischen Königsstadt Hattuscha in der Türkei, aber auch als Experte für die Kelten in Mitteleuropa erwarb er sich große Verdienste.Im Alter von 13 Jahren unternahm er seine ersten Ausgrabungen in einem Grabhügel bei Oggenhausen. Mit 22 Jahren wurde er bei Gero von Merhart über die Kelten in Württemberg promoviert. Das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts führte ihn danach erstmals nach Hattuscha. 1938 wurde er erster Direktor der Abteilung Istanbul des DAI.
Von 1931 bis 1977 war Bittel Ausgrabungsleiter in der früheren Hauptstadt der Hethiter, Hattuscha. Ihm folgte sein langjähriger Mitarbeiter Peter Neve nach.
1946 übernahm Bittel die Professur für Vor- und Frühgeschichte an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, von wo aus er 1950 gemeinsam mit Adolf Rieth und Wolfgang Kimmig die Grabungen an der hallstattzeitlichen Heuneburg begann. 1951 kehrte Bittel in die Türkei zurück. 1952 entdeckte er Daskyleion bei Band?rma. 1960 bis 1972 war er erster Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts.
Am 30. Januar 1991 verstarb Kurt Bittel in seiner Heimatstadt Heidenheim, die ihn zu ihrem Ehrenbürger gemacht hat.
Seit 1989 vergibt die Stadt Heidenheim den Kurt-Bittel-Preis für Süddeutsche Altertumskunde, mit dem alle zwei Jahre herausragende Forschungsleistungen im Bereich der Vor- und Frühgeschichte Süddeutschlands ausgezeichnet werden.
Publikationen (Auswahl)
* Die Kelten in Württemberg. Römisch-Germanische Forschungen 8 (Berlin, Leipzig 1925, 1934)
* Die Felsbilder von Yazilikaya. Neue Aufnahmen der deutschen Bogazkoey-Expedition 1931 (Bamberg 1934)
* Praehistorische Forschung in Kleinasien (Istanbul 1934)
* Die Ruinen von Bogazköy, der Hauptstadt des Hethiterreiches. Kurze Beschreibung (Berlin 1937)
* Kleinasiatische Studien (1942)
* Grundzüge der Vor- und Frühgeschichte Kleinasiens (1950)
* Hattuscha - Hauptstadt der Hethiter. Geschichte und Kultur einer altorientalischen Großmacht (Köln 1983)
* Reisen und Ausgrabungen in Ägypten, Kleinasien, Bulgarien und Griechenland 1930 - 1934 (Stuttgart 1998)
Literatur
* Beiträge zur Altertumskunde Kleinasiens. Festschrift für Kurt Bittel (Mainz 1983)
* Rainer Michael M. Boehmer, Harald Hauptmann: Bibliographie von Kurt Bittel, in: Beiträge zur Altertumskunde Kleinasiens. Festschrift für Kurt Bittel (Mainz 1983) 537-553
* Rainer Michael Boehmer: Kurt Bittel (5.7.1907 - 30.1.1991), Archiv für Orientforschung 38-39 (1991-92) 259-260
Halet Çambel: In memoriam Kurt Bittel, 5.7.1907 - 30.1.1990, Istanbuler Mitteilungen 41 (1991) 5-12
* François Chamoux: Allocution à l'occasion du décès de Kurt Bittel, associé étranger, survenu le 30 janvier 1991, Comptes rendus des séances, Académie des Inscriptions & Belles-Lettres (1991) 167-168
Rudolf Naumann: Kurt Bittel, Gnomon 63 (1991) 663-665
Dieter Planck, Kurt Bittel: 1907-1991, in: Fundberichte aus Baden-Württemberg 16 (1991) 651-655
* Herrmann Vetters, Kurt Bittel, Almanach der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 141 (1990-91) 401-405
* Joachim Werner: Kurt Bittel, 5.7.1907 - 30.1.1991, Bayerische Akademie der Wissenschaften. Jahrbuch (1991) 213-218
* Gedenkfeier für Kurt Bittel, Archäologischer Anzeiger (1992) 651-667.
* Kurt Bittel zum Gedächtnis, 5. Juli 1907 - 30. Januar 1991. Ansprachen, gehalten anlässlich der Akademischen Trauerfeier der Fakultät für Kulturwissenschaften am 16. Mai 1991 (Tübingen 1992)
Weblinks
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