Erzbistum Split-Makarska
Das Erzbistum Split-Makarska (kroat. Splitsko-Makarska nadbiskupija, lat. Archidioecesis Spalatensis-Macarscensis) ist ein römisch-katholisches Erzbistum in Kroatien. Dem Erzbistum sind die Bistümer Dubrovnik, Hvar und ?ibenik, sowie das Bistum Kotor in Montenegro als Suffragane unterstellt. Der derzeitige Erzbischof ist Marin Bari?i?.
Entstehung und Werdegang
Das Erzbistum Split ist der direkte Nachfolger des Bistums Salona, der ältesten Kirchengemeinde in Kroatien. Historisch reichen die Wurzeln des Erzbistums bis in die Zeit der Apostel (1 Tim 4,10). Im Jahre 2004 beging das Erzbistum das 1700-Jahr-Gedächtnis des Martyriums von Bischof Domnius von Salona (kroat. Sv. Duje). Der Sitz des Bistums wurde Mitte des 7. Jahrhunderts aus dem im Jahre 614 von den Awaren zerstörten Salona in den Diokletianspalast, aus dem sich die Stadt Split entwickeln sollte, verlegt.
Die Erzdiözese spielte bei der Rechristanisierung und der Schaffung der Kirchenorganisation im frühmittelalterlichen Kroatien eine führende Rolle. Die Tradition und der Einfluss Salonas waren der Grund dafür, dass das Erzbistum Split vom 13. bis zum 19. Jahrhundert den Rang eines Metropolitansitzes für Dalmatien und ganz Kroatien (primas Dalmatiae totiusque Croatiae) innehatte. Im Zuge der allgemeinen Neuordnung der dalmatinischen Bistümer verlor Split im Jahre 1830, auf Betreiben der damaligen österreichisch-ungarischen Obrigkeit diesen Status. Zu dieser Zeit wurde das Bistum jedoch gemäß einer Entscheidung von Papst Leo XII. aus dem Jahre 1828 mit dem Bistum Makarska vereint. Hinzu kam noch der Südosten des damals aufgelösten Bistums_Trogir. Im Jahre 1969 erhielt die Diözese von Papst Pius VI. ihren Status als Metropolitan-Erzbistum zurück. Heute wird es offiziell als Erzbistum Split-Makarska bezeichnet.
Das Bistum in Zahlen
Das Erzbistum Split-Makarska umfasst heute eine Fläche von 4.088 Quadratkilometern. Von den rund 465.000 Einwohnern (Volkszählung 1991) bekannten sich 406.000 zum römisch-katholischen Glauben. Die übrigen bekannten sich größtenteils als serbisch-orthodoxe Christen, Muslime oder Atheisten. Die Diözese gliedert sich in elf Dekanate mit insgesamt 184 Pfarreien, denen 138 Diözesangeistliche und 46 Ordensangehörige anvertraut sind. Im gesamten Bistum sind insgesamt 190 Diözesanpriester tätig, 229 Angehörige verschiedener Männerorden (davon 153 Priester) und 525 Ordensschwestern.
Geschichte
In ihrer zweitausendjährigen Geschichte hat die Kirche von Salona schwierigste Zeiten und häufiges Kriegsleid zu überstehen. Die schwierigsten Zeiten erlitt die Kirchengemeinde während der osmanischen Eroberungsfeldzüge (1463 bis 1537). Der größte Teil des Territoriums des Bsitums kam im Jahre 1735 unter osmanische Herrschaft.
Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit
Während des Zweiter Weltkrieges und in der frühen Nachkriegszeit kamen 49 Geistliche ums Leben, die im Gebiet der Erzdiözese lebten und tätig waren, davon 25 Diözesanpriester und 24 Ordensleute. Während des Krieges wurden zehn Kirchen und fünfzehn Pfarrhäuser niedergerissen oder abgebrannt. Die schlimmsten Verbrechen an Priestern wurden von Jugoslawischen_Partisanen verübt, die von Kommunisten und serbischen Tschetniks angeführt wurden. Zudem hat der kommunistische Staat nach dem Krieg einen großen Teil des Grundbesitzes der Erzdiözese, der Kapitele (Dom- und Ordenskapitel), Priesterseminare, Pfarreien, Orden und Kongregationen konfisziert. Unter anderem auch den Bischofspalast, der einzige Fall dieser Art im ganzen damaligen Staat Jugoslawien. Zahlreiche Geistliche wurden in Schauprozessen zu langen Freiheitsstrafen verurteilt. Bischof F. Frani? wurde mehrmals tätlich angegriffen. Der größte Schlag gegen ihn und die Kirche Mitteldalmatiens war die Schließung des theologischen Gymnasiums und Priesterseminars in Split (1956-1963) nach dem Urteilsspruch des Schauprozesses im Spätsommer 1956.
1991-1995
In den ersten Monaten des jüngsten Krieges geriet das gesamte Erzbistum, einschließlich des Bischofssitzes in Split, in Gefahr. In direkter Kriegsgefahr befand sich die Stadt von Mitte September 1991 bis zum Abzug der sogenannten Jugoslawischen Volksarmee aus den Kasernen von Split Anfang 1992. Bis zum 15. November 1991 wurde Split durch die jugoslawische Kriegsmarine völlig blockiert. Die Stadt wurde von den Kasernen aus unter Beschuss genommen, größtenteils vom Kriegsmarinehafen Lora aus. In vielen Häusern, in denen Armeeangehörige wohnten, waren Heckenschützen postiert, die auf Passanten schossen. Der 15. November 1991, als die Stadt im Morgengrauen vom Meer aus bombardiert wurde, war ein besonders grauenvoller Tag. Dieser Bombardierung fielen mehrere Zivilpersonen zum Opfer. Aber auch einige öffentliche Gebäude und Wohnhäuser und eine Kirche in der Innenstadt wurden stark beschädigt.
In jenen Tagen wurde auch der Flughafen bombardiert. Im Osten des Erzbistums, im Flusstal der Neretva, wurden monatelang heftige Kämpfe ausgetragen, häufig unterstützt durch Angriffe aus der Luft und von der See. Doch obwohl diese Angriffe das Leben vieler Zivilisten forderten, fiel die Gegend nicht in feindliche Hände. Im Nordwesten des Erzbistums Split-Makarska hingegen nahm die jugoslawische Volksarmee gemeinsam mit den serbischen Aufständischen das gesamte Gemeindegebiet von Vrlika und weite Teile der Gemeinden Hrvace ein (die Pfarreien von Vrlika, Zasioke und Potravlje), wobei sämtliche Häuser von Einwohnern römisch-katholischen Glaubens und kroatischer Nationalität geplündert, größtenteils angezündet und einige sogar gesprengt wurden, vor allem in den Dörfern in der Umgebung von Vrlika. Besondere Erwähnung verdient die versuchte Sprengung des Peru?a-Staudamms. Wäre diese Sprengung gelungen, so hätte dies eine Überflutung sämtlicher Städte und Dörfer entlang der Cetina bis zu ihrer Mündung in die Adria bei Omi? zur Folge. Der größte Teil dieses Gebietes blieb bis zum September 1995 unter serbischer Besetzung. Von dort aus waren monatelang viele Ortschaften und Gemeinden wie Sinj und Trilj unter Granatenbeschuss, wobei die folgenden Pfarrgemeinden am meisten zu leiden hatten: Hrvace, Zelovo, Biteli?, Bajagi? und Sinj (die Stadt Sinj und zahlreiche kleinere und größere umliegende Dörfer.
Literatur
*Die verwundete Kirche in Kroatien. Die Zerstörung des sakralen Bauerbes Kroatiens 1991-1995, hrsg. v. d. Kroatischen Bischofskonferenz u.a. Zagreb 1996. ISBN 953-6525-02-X
Siehe auch
Liste der katholischen Bistümer
Weblinks
• Geschichte des Erzbistums Split-Makarska von den Seiten der kroatischen Bischofskonferenz
• Webseite des Erzbistums
• Daten zum Erzbistum von den Seiten der catholic-hierarchy.org

